Wie Oikocredit mit nachhaltigen Investitionen Zugang zu Wasser schafft und Gemeinden widerstandsfähiger macht
In Österreich drehen wir den Wasserhahn auf – und denken nicht weiter darüber nach. Mit ausreichend Niederschlag und wasserreichen Quellen zählt das Land zu einem der wasserreichsten in Europa*. Doch auf globaler Ebene sieht die Realität anders aus. In vielen Regionen kämpfen Familien täglich darum, genug sauberes Wasser zum Trinken, Kochen oder Bewässern ihrer Felder zu haben. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März lohnt sich ein Blick darauf, wie eng Wasser, Gesundheit und wirtschaftliche Perspektiven miteinander verbunden sind.
Oikocredit, eine internationale Genossenschaft mit 50 Jahren Erfahrung im Bereich nachhaltiger Geldanlagen, arbeitet im Globalen Süden mit Mikrofinanzinstituten, landwirtschaftlichen Genossenschaften sowie (Klein)unternehmen im Bereich erneuerbare Energien zusammen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern. Ein Teil dieser Arbeit widmet sich effizienten Wasser- und Sanitärlösungen – Partnerorganisationen von Oikocredit vor Ort vergeben dafür leistbare Kredite für solarbetriebene Wasserpumpen, Wassertanks, Tropfbewässerung oder Filtersysteme.
Für Anlegerinnen und Anleger in Österreich bedeutet das: Sie können mit ihrer Geldanlage direkt dazu beitragen, solche Initiativen zu ermöglichen. Bereits mit einer Mindestanlage von 200 Euro – ohne zeitliche Bindung oder Spesen und jederzeit kündbar – kann man bei Oikocredit Projekte unterstützen, die Menschen im Globalen Süden unter anderem Zugang zu Wasser, Energie und grundlegenden Dienstleistungen verschaffen. Nachhaltig anlegen heißt hier ganz konkret, Lebensbedingungen zu verbessern.
„Rund 40 % der Weltbevölkerung leiden unter Wasserknappheit*. Diese Ungerechtigkeit trifft besonders jene hart, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Genau deshalb unterstützen wir Partnerorganisationen, die nachhaltige Wasserlösungen dorthin bringen, wo sie am dringendsten benötigt werden.“, sagt Nadja Kohlbach Horesovsky, Investor Managerin bei Oikocredit Österreich.
Wie diese Arbeit Leben verändert, zeigen drei Geschichten aus Ägypten, Benin und Uganda.
Ägypten: Eine Vision verwandelt Wüste in fruchtbares Land
Als der in Graz ausgebildete Biochemiker Ibrahim Abouleish 1977 nach Ägypten zurückkehrte, kaufte er ein Stück Land mitten in der Wüste. Nichts als Sand, Hitze und Wind – kaum vorstellbar, dass hier jemals etwas wachsen könnte. Doch Abouleish hatte eine Vision: die Wüste in fruchtbares Land zu verwandeln und eine Gemeinschaft aufzubauen, die von nachhaltiger Landwirtschaft lebt.
Was als scheinbare Utopie begann, wurde Wirklichkeit. Schritt für Schritt pflanzte er mit lokalen Bäuerinnen und Bauern Bäume, Sträucher und Nutzpflanzen. Anfangs wurden Kanäle gegraben, später kamen moderne Bewässerungssysteme hinzu: Tropfbewässerung und effiziente Sprinkler, die bis zu 60 % Wasser sparen. Das Grundwasser, das aus tiefen Brunnen befördert wird, wird auf diese Art umfassend geschützt.
Heute – fast fünf Jahrzehnte später – stehen dort Dattelpalmen, Granatäpfel, Olivenbäume und Heilkräuter. Tochterunternehmen von SEKEM verarbeiten Lebensmittel, weben Stoffe oder stellen Naturmedizin her. SEKEM, zu einer preisgekrönten Modellinitiative geworden, zeigt, wie aus Sand Hoffnung entsteht.
„Ohne die Vision meines Vaters wäre das unmöglich gewesen“, sagt sein Sohn Helmy, der heute das Unternehmen leitet. Oikocredit begleitet SEKEM seit vielen Jahren. Die Veränderungen sind spürbar: mehr Arbeitsplätze, stabile Einkommen, lebendige Gemeinden – und eine Oase der Nachhaltigkeit mitten in der Wüste.
Benin: Ein ehemaliger Soldat findet Stabilität für seine Großfamilie
Paulin Kinnouvo aus Lobogo trägt Verantwortung – für elf Kinder, zahlreiche Enkelkinder, die Zukunft seiner Großfamilie. Nach seiner Zeit beim Militär wurde er Landwirt, doch die Trockenzeiten machten ihm das Leben schwer. Regen war unberechenbar, Ernten fielen häufig aus, und damit auch das Einkommen, von dem so viele abhingen.
Mit einem kleinen Kredit von einer Partnerorganisation von Oikocredit konnte Paulin eine einfache, aber entscheidende Investition tätigen: Bewässerungsschläuche und -rohre. Was früher vertrocknete, wächst heute. Auf seinen Feldern gedeihen Sojabohnen, Maniok, Gemüse und Orangen. Händler kommen direkt zu ihm, weil sie wissen: Paulin hat zuverlässige Ware, unabhängig vom Wetter.
Für ihn bedeutet Wasser mehr als Landwirtschaft. Es bedeutet, seinen Kindern Ausbildung zu ermöglichen. Es bedeutet Sicherheit. Und es bedeutet Zukunft.
Uganda: Solarpumpen geben Bauern Perspektiven
In den westlichen Regionen Ugandas entscheidet die Regenzeit über das Überleben ganzer Gemeinden. Bleibt der Regen aus, fällt zu spärlich oder zur falschen Zeit, verlieren Milchbauern ihre Tiere, Ernten verdorren, und ganze Familien geraten in Not.
Kenneth Muhwez, Geschäftsführer von Solar Today – einer weiteren Oikocredit-Partnerorganisation –, kennt diese Herausforderungen gut. Seit über einem Jahrzehnt reist er von Dorf zu Dorf, um Familien bei der Installation solarbetriebener Pumpen zu unterstützen. Diese Systeme befördern Wasser aus vorhandenen Brunnen in große Tanks, die es über Monate hinweg verfügbar machen – egal, ob die Regenzeit planmäßig einsetzt oder nicht.
„Man sieht es in den Augen der Menschen.“, sagt Kenneth. „Wenn Wasser da ist, kommt das Leben zurück: Tiere erholen sich, Felder werden grün, Kinder gehen wieder zur Schule.“
Damit sich Familien die Systeme leisten können, werden erschwingliche Kredite vermittelt – ein Modell, das zehntausenden Menschen stabile Lebensmittelproduktion und höhere Einkommen ermöglicht hat.
Was für uns selbstverständlich ist, ist für viele Menschen in Uganda ein Wendepunkt: Wasser, das bleibt, wenn der Regen ausfällt.
Gemeinsam Wasser sichern – gemeinsam Zukunft schaffen
Diese Geschichten zeigen, wie eng Wasser, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander verbunden sind. Wasser ist nicht nur eine Ressource – es ist die Voraussetzung für Stabilität.
Wer in Österreich nachhaltig anlegen möchte, kann mit einer Investition in die Genossenschaft Oikocredit dazu beitragen, dass aus Wasserknappheit neue Chancen entstehen – und damit Menschen in ihrem Heimatländern Perspektiven schaffen.