ÖPC-Generalsekretärin: Mit voller Energie am Start
Wie ist die Stimmung im österreichischen Team unmittelbar vor dem Start der Paralympics 2026?
Petra Huber: Die Chemie im Team ist großartig und von einer echten Aufbruchsstimmung geprägt – und genau das ist eine wichtige Basis für erfolgreiche Spiele. In den vergangenen Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass sportliche Spitzenleistungen nur in einem Umfeld möglich sind, in dem Vertrauen, Zusammenhalt und positive Energie spürbar sind. Genau diese positive Grundstimmung wollen wir im Team aktiv fördern. Besonders wertvoll ist dabei eine Mischung aus arrivierten, erfahrenen Athlet:innen und jungen Talenten, die enorm von diesem Austausch profitieren können. Dieser Austausch stärkt nicht nur sportlich, sondern auch menschlich das gesamte Team.
Woran messen Sie den Erfolg der Spiele – an Edelmetall oder auch an individuellen Leistungen und Entwicklungsschritten der Athlet:innen?
Medaillen lassen sich nicht planen – sie müssen entstehen. Am Tag X muss einfach alles zusammenpassen. Unsere Aufgabe ist es, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sportlicher Erfolg überhaupt möglich wird – durch perfekte organisatorische Vorbereitung und eine enge Abstimmung mit Ski Austria, den Trainer:innen und natürlich den Athlet:innen selbst. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Spitzensport und Paralympics auch an Medaillen gemessen werden – am Ende des Tages blickt die Öffentlichkeit immer auf die Medaillenbilanz.
Mehr als ein Sportereignis: Welche Signalwirkung haben die Paralympics für Inklusion und Chancengleichheit in Österreich?
Die Paralympics können nicht nur auf der sportlichen Ebene verändern, sondern auch Haltungen gegenüber Menschen mit Behinderungen verändern sowie die Inklusion vorantreiben. Sie sind außerdem ein Auslöser für Veränderung in Bezug auf Barrierefreiheit und den Einfluss der Politik in den jeweiligen Austragungsländern. Wir sehen hier Athlet:innen, die Hindernisse überwunden haben, nie aufgegeben haben und ganz unterschiedliche Lebensgeschichten mitbringen. Genau solche Vorbilder braucht unsere Gesellschaft. Und zwar nicht nur für junge Menschen mit Behinderung, sondern für das große Ziel einer gelebten Inklusion in allen Lebensbereichen. Sport kann hier Brücken bauen und Perspektiven öffnen.
Sind Sie generell mit der medialen Resonanz der Paralympics in Österreich zufrieden oder gibt es „Luft nach oben“?
Wir haben in den vergangenen 20 Jahren sehr viel erreicht und uns kontinuierlich weiterentwickelt – das zeigen auch die Medienzahlen. Ziel war und ist es, Leistungen der Athlet:innen darzustellen, ihre Geschichten zu erzählen und die Berichterstattung einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Paralympischen Spiele haben sich zu einer starken Marke entwickelt und werden medial wahrgenommen, das ist ein wichtiger Schritt. Trotzdem gibt es noch Luft nach oben. Wünschenswert wäre, dass Para-Sportler:innen nicht nur rund um Großereignisse im Fokus stehen, sondern ganzjährig über ihre Leistungen berichtet wird. Und natürlich wäre es ein starkes Signal, wenn Paralympische Spiele ähnlich selbstverständlich wie Olympische Spiele im Fernsehen übertragen werden.