Anlegerwohnung: Vier Wände für den Profit

Die Mieten steigen und das Angebot an Neubauwohnungen verknappt sich. Der Kauf einer Anlegerwohnung kann sich noch lohnen.
Ein modernes, weißes Mehrfamilienhaus mit schwarzen Balkonen und blauen Fensterfronten.

Die Investition in eine Wohnung als Kapitalanlage gilt als verhältnismäßig sichere und wertstabile Option, um für die Zukunft vorzusorgen. Im Vergleich zu anderen Investitionsformen wie Aktien oder Anleihen bietet eine Anlegerwohnung Sicherheit und stetiges Wachstum. Und die Entwicklung kann sich sehen lassen, wie die Zahlen zeigen: Eigentümer oder Anleger konnten in den vergangenen 25 Jahren hohe Wertsteigerungen erzielen. Der Wohnimmobilienpreisindex im Jahr 2024 betrug 264,3 und ist damit rund 2,6-mal so hoch wie im Jahr 2000. Im dritten Quartal 2025 lag er bei 268,0. Dazu kommt auch die Möglichkeit, regelmäßige Mieteinnahmen zu erzielen. Doch wer sich jetzt für eine Vorsorgewohnung interessiert, sollte einiges bedenken, und genau rechnen, denn wer jetzt kauft, zahlt Höchstpreise.

Neubautätigkeit sinkt

Wer in Betongold investiert, fasst zumeist Neubauwohnungen ins Auge. Diese sind am neuesten Stand bei Technik und Ausstattung und es sind keine zusätzlichen Investitionen notwendig. Auch kann gleich vermietet werden, ohne eine längere Umbauphase abzuwarten. Zudem fällt man nicht in den Richtwertmietzins für Altbauwohnungen, was eine Anlage wegen der niedrigen Erträge unrentabel macht.

Ein älterer Mann mit grauen Haaren trägt ein dunkles Jackett und ein weißes Hemd vor einem hellen Hintergrund.

"Die sinkende Neubauleistung wird zu einem Preisanstieg führen.“ 

von Michael Pisecky, Fachgruppenobmann WKW

Doch genau im Neubausegment ist das Angebot überschaubar und wird zusehens knapper, wie auch Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von RE/MAX Austria, bestätigt: „Wir sehen Herausforderungen im Neubaubereich. Es wurde bzw. es wird viel zu wenig neu gebaut. Das wird dazu führen, dass in absehbarer Zeit mehr Nachfrage auf weniger Angebot trifft, mit dem Ergebnis, dass die Preise spätestens 2027/28 spürbar steigen werden.“ Für ihn ist jetzt die Politik gefordert, sehr zeitnah entsprechende Anreize zu setzten, damit der Neubau wieder angekurbelt wird und mehr Wohnraum auf den Markt kommt. Doch das kann dauern. Eine Entwicklung, die auch Michael Pisecky, Immobilienexperte und Fachgruppenobmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKW, sieht. Er rät daher: „Rasch kaufen, da das Angebot an Neubauwohnungen derzeit gut ist, die Neubauleistung sinkt und daher wird die Auswahl geringer, was wiederum zu einem Preisanstieg führen wird.“

Mit einer geringeren Auswahl sinkt auch die Möglichkeit eine Wohnung in Bestlage zu ergattern. Doch das ist eine der Hauptkriterien bei der Wahl einer Anlagewohnung. Denn man muss schnell gute Mieter finden, damit sich das Investment lohnt. Leerstand geht auf Kosten der Rendite.

Eingriffe der Politik

Und noch etwas gibt es zu bedenken: Durch die kürzlich beschlossene Mietpreisbremse gelten für die Wertsicherungsvereinbarung – die Miete richtet sich zu bestimmten Zeitpunkten nach dem Verbraucherpreisindex (VPI) – neue gesetzliche Regeln. Die in den meisten Mietverträgen vorgesehene Anpassung der Mieten an die Inflation wurde neu geregelt und dämpft den Ertrag für die Vermieter. Machen diese Neuerungen im Mietrecht eine Vermietung nun weniger attraktiv? „Überbordende Eingriffe in bestehende Verträge und in Eigentum sind abzulehnen, leider aber in Österreich fast schon üblich. In diesem Fall ist positiv, dass die Wertsicherung vom Gesetzgeber zwar gedämpft wurde, bei einer Inflation von über drei Prozent aber dem Grunde nach nicht in Frage steht. Einen wertgesicherten laufenden Ertrag, die Miete, gibt es bei keiner anderen Veranlagung. Das ist ein großer Vorteil, z. B. für die Pensionsvorsorge“, so Michael Pisecky.

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