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Die geheimnisvolle Welt der Iberer im MAMUZ Museum Mistelbach

Vor 2.500 Jahren herrschten die Iberer über Spanien: Jetzt zeigt das MAMUZ Mistelbach ihre rätselhafte Welt erstmals in Österreich.
Rote Zeichnungen von Tieren auf einem gelben Hintergrund

Barcelona – Basel – Mistelbach: In „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ im MAMUZ Museum Mistelbach eröffnen von 14. März bis 29. November 2026 in Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya in Barcelona sowie mit Unterstützung durch das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig rund 300 Originalobjekte und spektakuläre Funde erstmals einen faszinierenden Blick auf das Leben der antiken Völker Spaniens. Es ist die erste große archäologische Ausstellung in Österreich, die sich dieser geheimnisvollen Kultur widmet. Eigens konzipierte Stationen für Kinder zum Angreifen, Erleben und Entdecken mit allen Sinnen sowie ein Rätselheft machen den Museumsbesuch zum Erlebnis für die ganze Familie.

Die Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ im MAMUZ Museum Mistelbach gibt einen faszinierenden Einblick in die vielfältige Kultur der Iberer. Rund 300 Originalobjekte aus der Sammlung des Museu d’Arqueologia de Catalunya und von bedeutenden Fundstätten im heutigen Spanien und Portugal eröffnen Zugang zu einer Gesellschaft vor mehr als 2.500 Jahren. 

Highlights der Ausstellung sind der Silber-Schatz von Tivissa – darunter Becher, Schalen und Schmuck, Gefäße mit iberischer Inschrift und Ornamenten, Votivstatuetten aus Bronze von Adoranten und Kriegern, Schädel mit eingeschlagenen Nägeln sowie die detailgetreuen Repliken der faszinierenden „Dama de Elche“ sowie weiterer Frauenbüsten und Statuen. 

Interaktive Stationen laden zum Mitmachen ein: Keramikfragmente zusammensetzen, Münzen prägen und Fabelwesen zuordnen. Kreative Angebote wie das Zeichnen von Votivfiguren, das Ertasten von Tieren, das Spielen eines Brettspiels, das Stempeln iberischer Motive sowie eine Verkleidestation runden das Erlebnis ab und machen den Museumsbesuch zu einem spannenden Abenteuer für die ganze Familie.

im Museum

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Ein Junge

Ein Vater und seine Tochter

Ein Mädchen und ein Junge in Kostümen

Mutter und Tochter in einem Museum

Ein Mädchen an einem Fernseher

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Kinder auf Sitzsäcken

Eine Familie im Museum

Bemerkenswerte Gemeinschaft

Die Iberer, deren Kultur zwischen dem 6. und 1. Jahrhundert vor Christus blühte, lebten auf der iberischen Halbinsel – dem heutigen Spanien, Portugal und ein kleiner Teil Frankreichs. Sie bildeten keine einheitliche Nation, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Gemeinschaften mit eigener Sprache, Handwerk und Kunst sowie einem weit verzweigten Handelsnetzwerk, unter anderem mit Griechen und Phöniziern. Die Iberer gerieten schließlich im Zuge der römischen Expansion in das Blickfeld Roms und wurden im Zweiten Punischen Krieg (218-201 vor Christus) erobert.

Ihre Zivilisation gilt als eine der bemerkenswertesten in der Eisenzeit. Geprägt durch griechische Stadtstaaten, die Kolonien entlang der Küste gründeten, keltische Stämme, die sich im Zentrum niederließen und phönizische Händler:innen, die exotische Waren ins Land brachten, entwickelten sich aus den Nachfahren der spanischen Ureinwohner:innen unterschiedliche Gemeinschaften. Besonders sind vor allem ihre hochvernetzten Eliten, die städtische Lebensweise und fortschrittliche Handwerkskunst. Sie hinterließen vielfältige Spuren, die noch heute Diskussionsthema und voller Geheimnisse sind. 

Verschiedene iberische Keramikgefäße in Glasvitrinen auf grünen Sockeln ausgestellt.

Vitrinen mit antiker iberischer Keramik und Gefäßen in einer modernen Museumsausstellung.

Geheimnisvolle Schriftzeichen

Eine stattliche Anzahl von über 2.500 Inschriften auf Tafelgeschirr aus Keramik, Amphoren, steinernen Stelen und weiteren Objekten zeugt von der 500 Jahre andauernden Kultur. Zwar können die Zeichen transkribiert werden, jedoch ist eine Übersetzung bis heute nicht möglich. Zuletzt konnte das Zahlensystem identifiziert werden, was einen erheblichen Fortschritt bei der Erforschung der iberischen Sprache markiert.

Kunst und Frauen

Die Kunst der Iberer war von vielen Einflüssen geprägt. Besonders sind die iberischen Skulpturen, die gleichsam viele Rätsel aufgeben. Allen voran die weltweit berühmte Frauen-Büste „Dama de Elche“, die in der Stadt Ilici gefunden wurde und die als Replik in der Ausstellung zu sehen ist. Weder ihre Funktion ist bekannt noch ob sie das Abbild einer Sterblichen war oder im religiösen Kontext verehrt wurde. Gleichsam ist sie das bekannteste Kunstwerk der iberischen Kultur, das Spanien nie verlassen darf und im Madrider Museo Arqueológico Nacional die Menschen noch heute in ihren Bann zieht. Auch weitere Frauen-Statuen, wie die „Dama de Baza“ und die „Dama del Cerro de los Santos“ sind als Replik zu sehen.

Büste der Dama de Elche mit aufwendigem Kopfschmuck und Schmuck auf grünem Sockel ausgestellt.

Iberische Tonfigur einer stehenden Frau mit Schleier und stilisierten Gesichtszügen.

Iberische Tonfigur einer stehenden Frau mit Schleier und stilisierten Gesichtszügen.

Gruppe von iberischen Tonfiguren

Reiche Bodenschätze und handwerkliches Geschick

Kupfer, Eisen, Gold und Silber – das alles fand sich im Siedlungsgebiet der Iberer und wurde abgebaut und verarbeitet. So entstanden mit handwerklichem Geschick, das seinesgleichen suchte, filigrane Schmuckstücke und prunkvolle Gefäße, die auch für den Handel hochinteressant gewesen sein mussten. Gleichzeitig weckten die reichen Bodenschätze die Begehrlichkeiten der mächtigen Nachbarn Rom und Karthago, die einander um den Besitz der Iberischen Halbinsel bekämpften, was schließlich zum Verlust der Eigenständigkeit der Iberer führte.

Die iberische Stadt Ullastret und ihre virtuelle Konstruktion

Im hohen Nordosten der iberischen Halbinsel befand sich die Stadt Ullastret, die vom 6. bis 2. Jahrhundert vor Christus bewohnt war. Bereits 2015 wurde die Stadt aufwendig virtuell rekonstruiert, um eine traumgleiche Reise durch die Straßen und Häuser der iberischen Stadt zu ermöglichen. Als Geschichte erzählt, erinnert sich ein Mitglied einer aristokratischen Familie an dramatische Momente seines Lebens in der Stadt. In der Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ ist ein Auszug der virtuellen Konstruktion zu sehen.

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Geschäftsführer Christoph Mayer ist es ein Anliegen, dass besonders Kinder und Jugendliche für Museumsbesuche begeistert werden: 

Als Erlebnismuseum ist es unser Anspruch, Wissen altersgerecht und spielerisch zu vermitteln. Insbesondere für Familien: Jugendliche und Kinder können in unseren Ausstellungen aktiv in die Menschheitsgeschichte eintauchen und Teil davon werden. Mit ständig neuen Aspekten wird der Museumsbesuch so zu einem unvergesslichen Abenteuer für Jung und Alt.

von Geschäftsführer Christoph Mayer

Ein Mann in einem Anzug

An insgesamt sechs Stationen werden Kinder und ihre Eltern eingeladen, aktiv mitzumachen. Welche Nahrung stand den Iberern zur Verfügung? Wie wurde Purpur gewonnen? Welche Tiere können ertastet werden? Bei der Gestaltung von eigenen Fabelwesen sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt und bei einer Verkleidestation kann die ganze Familie mitmachen. In einem Rätselheft für Kinder (kostenlos an der Museumskassa erhältlich) werden spannende Fragen gestellt, die sich in der Ausstellung beantworten lassen. 

Internationales Renommee

Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ und Niederösterreichischer Landesarchäologe, ist begeistert, ein so spannendes internationales Ausstellungsthema im MAMUZ präsentieren zu können: 

Wir blicken regelmäßig über den mitteleuropäischen Tellerrand hinaus und fassen Themen der Weltarchäologie ins Auge. Dank der Kooperation zwischen dem MAMUZ und dem Museu d’Arqueologia de Catalunya in Barcelona und mit Unterstützung durch das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig können wir 2026 erstmals in Österreich eine große Ausstellung zu den Iberern zeigen. Anhand von mehr als 300 Originalobjekten und spektakulären Funden gewährt sie einen faszinierenden Blick in die geheimnisvolle Welt der Iberer und das Leben weit vor unserer Zeit in einem Land, das die meisten Menschen vorwiegend als Urlaubsdestination kennen.

von Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ und Niederösterreichischer Landesarchäologe

Ein Mann im Anzug steht vor einer iberischen Reiterstatue aus Stein.

Die Ausstellung wird in deutscher und englischer Sprache präsentiert. Mittels QR-Codes sind die Ausstellungstexte auch in spanischer Sprache aufrufbar.

Ein Begleitkatalog zu Ausstellung (128 Seiten) ist im Museumsshop um € 24,90 erhältlich. 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya in Barcelona, mit Unterstützung durch das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig sowie der Spanischen Botschaft in Wien.

Die Ausstellungsgestaltung von MOOI DESIGN, realisiert in Zusammenarbeit mit Studio Clemens Bauder, entwickelt eine zeitgenössische und bewusst kulissenhafte Ausstellungslandschaft. Offene Architekturen aus Holz, Netzstrukturen und kräftige grüne Farbakzente schaffen eine klare, moderne Raumdramaturgie, in der die Objekte in atmosphärischen Szenen inszeniert werden.