Von Zuschauer bewusstlos getreten: Fußballspieler aus Tiefschlaf erwacht

Von Zuschauer bewusstlos getreten: Fußballspieler aus Tiefschlaf erwacht
Der 28-Jährige soll zuvor von einem Gegenspieler einen Faustschlag versetzt bekommen haben. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

Unfassbare Szenen haben sich am Sonntagnachmittag bei einem Fußballspiel in Wien-Favoriten abgespielt: Ein Zuschauer soll einen Spieler mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben, der 28-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde bewusstlos in ein Spital gebracht, berichtete Andreas Huber, Sprecher der Wiener Berufsrettung am Montag.

Notarzt

Schauplatz war ein Match in einer unteren Klasse zwischen SG United und dem SV Penzing auf dem Fußballplatz in der Heubergstättenstraße. Laut Polizei kam es gegen 16.45 Uhr unter mehreren Spielern zu einer körperlichen Auseinandersetzung.

Das Opfer soll von einem Gegenspieler einen Faustschlag versetzt bekommen haben. "Den Auslöser kann man eigentlich nicht genau bestimmen. Das war nicht im Spielgeschehen. Der Ball war ganz woanders", erklärt Sportlicher Leiter Helmut Cesnek.

Schließlich mischten sich auch Betreuer und Zuschauer ein, woraus sich eine Massenschlägerei entwickelte. Ein derzeit noch unbekannter Zuseher soll einem am Boden knienden Spieler des SV Penzing ins Gesicht getreten haben.

Das Opfer brach bewusstlos zusammen, wurde von der Wiener Berufsrettung erstversorgt und vom Notarzthubschrauber Christophorus 9 ins Spital geflogen, so Huber. Mittlerweile ist der Spieler aus dem Tiefschlaf erwacht, wie Cesnek am Montagmittag bestätigt.

Ermittlungen

Der mutmaßliche Täter, der dem Spieler ins Gesicht getreten hat, ist flüchtig. "Es wurde Videomaterial sichergestellt, das ausgewertet wird. Jetzt wird versucht, ob man das einer bestimmten Person zuordnen kann", sagt ein Polizeisprecher. "Beim Raufhandel ist das immer schwierig, genau denjenigen zu finden, der für das Zusammenbrechen verantwortlich war."

Der Wiener Fußballverband (WFV) wird den Fall ebenfalls bei seinem Strafausschuss am Mittwoch behandeln. Als Anhaltspunkte werden neben dem Schiedsrichterbericht auch diverse Zeugenaussagen von Spielern und Vereinsverantwortlichen herangezogen. Diese würden derzeit eingeholt, ließ der WFV wissen.

Gedanken bei Opfer

Der Verein des Opfers ist sehr geschockt über die Vorfälle. Über den Bruder, der ebenfalls bei dem Verein spielt, ist man in Kontakt mit dem Opfer. Ein Besuch der Mannschaft im Spital wäre angedacht, ist aber aufgrund der aktuellen Maßnahmen nicht möglich.

Der Penzinger SV wird heute auf der eigenen Spielstätte zusammentreffen. "Wir werden versuchen, das gemeinsam aufzuarbeiten und das aus unseren Köpfen zu bekommen", sagt Cesnek. "Wir haben junge Spieler in der Mannschaft. Ich bin mir nicht sicher, ob man als 17-Jähriger das so leicht verarbeitet."

Verpassen Sie keine Nachricht wie diese mit dem KURIER-Blaulicht-Newsletter:

Kommentare