Zugunfall in Döbling: Bahngleise, Schranken und Ampel kaputt
Von Franziska Trautmann
Am Tag nach dem schweren Zugunfall sind die Spuren noch deutlich zu sehen: Reifenspuren ziehen sich durch die Wiese neben den Bahngleisen, wenige Meter weiter arbeiten mehrere Männer in orangen Warnwesten an den stadtauswärts führenden Gleisen.
Am Montagnachmittag war es auf einem Bahnübergang in Döbling zu einer Kollision zwischen einer Schnellbahn und einem Lkw gekommen. Der Zugverkehr zwischen Nußdorf und Klosterneuburg-Weidling musste daraufhin vollständig eingestellt werden. Fahrgäste mussten auf einen Schienenersatzverkehr umsteigen.
Dienstagmittag rollen vereinzelt wieder Züge über die Strecke. Der Übergang ist jedoch noch nicht regulär in Betrieb: Weder Schranken schließen sich, noch schaltet die Ampel auf Rot. Stattdessen weist ein Mitarbeiter in Warnweste Autofahrer händisch darauf hin, vor den Gleisen anzuhalten.
Stillstand wegen roter Ampel
Der Unfall ereignete sich auf der Klosterneuburger Straße (B14) bei der Zufahrt zur Kuchelauer Hafenstraße. Laut Polizei soll der Lkw unmittelbar nach einem Pkw den offenen Bahnübergang überquert haben. Der Pkw soll kurz danach aufgrund einer roten Ampel an der Haltelinie stehen geblieben sein. Der 59-jährige Lkw-Fahrer folgte dem Pkw und kam ebenfalls zum Stillstand, wobei noch ein erheblicher Teil des Lkws in den Bereich der Gleise ragte, während sich die Schranken des Übergangs bereits senkten.
Der Zugführer des herannahenden Zuges leitete laut Polizei eine Notbremsung ein, der Zusammenstoß konnte aber nicht mehr verhindert werden. Der Schnellbahnzug kollidierte mit dem linken Heck des Lkw, dieser wurde daraufhin in den Graben neben den Schienen geschleudert.
Der Lkw-Fahrer wurde schwer verletzt mit dem Wiener Rettungshubschrauber in ein Spital gebracht. Ein verletzter Zugpassagier wurde vor Ort medizinisch versorgt, musste jedoch nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der stark beschädigte Lkw konnte von der Berufsfeuerwehr Wien geborgen werden.
Kommentare