Statist der Volksoper unter Missbrauchsverdacht

Statist der Volksoper unter Missbrauchsverdacht
Der Mann soll sexuelle Kontakte zu Kindern angebahnt haben. Die Polizei wartet laut Bericht auf Auswertung der bei der Hausdurchsuchung im Jänner sichergestellten Datenträger.

Gegen einen Wiener Schauspieler wird wegen Missbrauchsverdacht ermittelt. Der auch als Moderator, Musicaldarsteller und Sprecher arbeitende Mann soll "im Rahmen seiner Tätigkeit mit Kinderschauspielern und Buben aus einem namhaften Kinderchor sexuelle Kontakte angebahnt haben", wie es in einem Bericht der Kronen Zeitung heißt. Bei einer Hausdurchsuchung in Ottakring sollen im Jänner ein Smartphone, ein iPhone, ein Laptop, mehrere USB-Sticks und ein Tablet sichergestellt worden sein.

Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen

Die Eltern eines der Kinder, die er im Chat zu sexuellen Handlungen zu überreden versucht haben soll, wandten sich an die Direktion der Volksoper. Ihr Sohn ist dort Mitglied des Kinderchors, schilderte eine Sprecherin der Volksoper in einem Statement gegenüber dem ORF. Die Eltern schalteten die Polizei ein, die nun auf die Auswertung der sichergestellten Datenträger warte, hieß es am Samstag in dem Artikel. Es gehe um den Verdacht der Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen, Kindesmissbrauchsmaterial und versuchten sexuellen Missbrauch.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage des Kurier und der APA die Ermittlungen zu dieser Causa. Im Raum stehe der Verdacht der Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen. Bei den weitere Delikten wird aufgrund des Verdachts im Versuchsstadium ermittelt: Es sind dies Bildliches sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial und bildliche sexualbezogene Darstellungen minderjähriger Personen (StGB § 207a) und der sexuelle Missbrauch von Unmündigen. Zudem wurde die Hausdurchsuchung in Wien-Ottakring bestätigt.

Maßnahmen der Volksoper

Die Volksoper Wien habe außerdem mit dem Landeskriminalamt und dem Verein Möwe Kontakt aufgenommen, heißt es im Statement weiter. Auch ein externer Rechtsexperte sei hinzugezogen, die Geschäftsführung der Bundestheater-Holding und der Aufsichtsrat der Volksoper seien informiert worden. Zudem habe die Volksoper Kinderschutzbeauftragte installiert, führe regelmäßig Schulungen zum Thema Kinderschutz durch und habe eine Kinderschutzrichtlinie erlassen, die auf der Website der Volksoper unter Junge Volksoper veröffentlicht ist. Kinderchorkinder seien in der Volksoper während der Proben und Vorstellungen unter ständiger Betreuung. 

Als unmittelbare Reaktion sei, laut ORF-Bericht, ein Workshop mit allen Kinderchor- und Jugendchormitgliedern zum Thema Safer Internet sowie Verhalten im Belästigungsfall geplant.

Weit über die Kulturbranche hinaus hatte im Vorjahr der Fall des Wiener Schauspielers Florian Teichtmeister für Aufsehen gesorgt. Für das Beschaffen und teilweise Verändern von rund 76.000 Dateien mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen war er im September zu zwei Jahren bedingt sowie Einhaltung strenger gerichtlicher Weisungen verurteilt worden. 

Die Causa hatte zu großen Diskussionen über den Umgang mit Verdachtsfällen, über Prävention und Strafrahmen und in der Folge u.a. zum Beschluss eines "Kinderschutzpaketes" geführt.

Die Möwe
Die  Kinderschutzorganisation bietet fünf Tage die Woche telefonische Beratung. 01/5321515 oder die-moewe.at

„Kein Täter werden“
heißt das Projekt der Männerberatung: Anonyme Beratung für Menschen mit pädophilen Neigungen gibt es unter  01/ 6032828 oder ntw@maenner.at

Weißer Ring
Die Organisation widmet sich der Verbrechensopferhilfe. 01/7121405 oder weisser-ring.at

Meldestelle
Wer Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen  melden will, kann das auch  per Mail tun: meldestelle@interpol.at

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