Chronik | Wien
29.05.2018

Wiener Rathaus hisst die Regenbogenfahne

Mit der Vienna Pride setzt die Stadt ein Zeichen für Liebe, Respekt und Solidarität. 2019 kommt die EuroPride.

Seit heute Vormittag ziert die Regenbogenfahne das Wiener Rathaus. Anlass dafür ist die " Vienna Pride", Österreichs größter Veranstaltungsreigen der LSBTIQ-Community - die Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-, intersexuelle, queer und asexuelle Personen -, der heuer von 2. bis 17. Juni unter dem Motto "Love, Respect and Solidarity" steht.

Zahlreiche Kultur- und Informationsveranstaltungen, etwa im Leopold Museum und der Albertina, ein Dinner im neu eröffneten Donauturm, ein Schönbrunner Schlosskonzert, ein Familientag im Tiergarten Schönbrunn und ein Beach Tag in der Adria am Donaukanal werden ein sichtbares Zeichen für Akzeptanz und gegen Ausgrenzung von LSBTIQ*-Personen setzen. Das kündigen heute Vormittag Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadtrat Jürgen Czernohorszky sowie Katharina Kacerovsky, Gesamtleiterin von Vienna Pride, und Moritz Yvon, Obmann der Homosexuellen-Initiative (HOSI) Wien, an.

Höhepunkte sind weiters der Pride Run (für den man sich nur noch heute, Dienstag, anmelden kann) und das Pride Fest am 9. Juni auf der Prater Hauptallee, das Pride Village von 12. bis 16. Juni auf dem Wiener Rathausplatz und – als krönender Abschluss – die Regenbogenparade am 16. Juni.

Ehe für alle gefordert

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (G) und Antidiskriminierungs-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) betonen die enge Zusammenarbeit der Stadt Wien mit der LSBTIQ*-Community und der Vienna Pride. Vassilakou nützt den Anlass für einen Appell an Türkis-Blau: „Ich fordere die Bundesregierung dazu auf, die Warterei zu beenden und den Beschluss des Verfassungsgerichtshofs für eine Ehe für alle sofort umzusetzen. Es gibt keinen Grund für eine weitere Verzögerung.“

Wien sei "eine bunte und weltoffene Stadt, in der Respekt, Solidarität und Gleichstellung in allen Lebensbereichen ganz wesentliche Werte und Leitlinien" seien, betont Czernohorszky. Die Vienna Pride sei dafür ein besonders starkes und sichtbares Zeichen.

„Mit der Vielzahl und Vielfalt an zusätzlichen Veranstaltungen, welche in den unterschiedlichsten Bereichen von Kunst, Kultur über Sport und Unterhaltung stattfinden, möchten wir einerseits aufzeigen, dass LSBTIQ-Menschen in allen Bereichen mit uns gemeinsam leben und arbeiten, und andererseits alle Menschen dazu einladen, mit uns gemeinsam solidarisch für Akzeptanz und Liebe einzutreten", erklärt Katharina Kacerovsky, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Stonewall GmbH, die die Vienna Pride organisiert.

HOSI Wien-Obmann Moritz Yvon: „Die Regenbogenparade ist eine Demonstration für Vielfalt und Toleranz. Sie stärkt dabei auch all jenen den Rücken, die nicht selbst teilnehmen können - von Jugendlichen, die an ein Coming-out in der Schule oft nicht einmal denken, bis hin zu Flüchtlingen, die aus Angst um ihr Leben nach Österreich gekommen sind. Sie alle sehen und hören an diesem Tag: Du bist nicht allein.“

Generalprobe für EuroPride 2019

Vienna Pride 2018“ wird heuer auch eine Art Generalprobe für ein ganz besonderes Highlight darstellen: Im kommenden Jahr ist Wien Austragungsort der EuroPride 2019 – und das zum 50-jährigen Jubiläum von Stonewall, der Geburtsstunde der modernen LSBTIQ*-Bewegung im Jahr 1969. Die Veranstalter erwarten von 1. bis 16. Juni 2019 an die 1,5 Millionen Besucher aus den Bundesländern sowie aus dem Ausland.

„Mit EuroPride 2019 wird sich Wien weiter als Regenbogenhauptstadt Europas positionieren. Wien wird 2019 mit EuroPride eine Botschaft der Vielfalt, Gleichberechtigung und Akzeptanz an die ganze Welt aussenden“, so Czernohorszky.

Die EuroPride findet einmal jährlich in einer europäischen Stadt statt. Für 2019 hat die gemeinnützige Stonewall GmbH als Veranstalterin den Zuschlag bei der European Pride Organisers Association (EPOA) bekommen. Bereits 2001 fand die Euro Pride in Wien statt.