Chronik | Wien
22.06.2018

Wiener Elfenbein-Prozess: Teilbedingte Haft für Sammler

Ein Jahr, davon vier Monate unbedingt für bisher unbescholtenen 67-Jährigen.

Nach insgesamt vier Verhandlungstagen ist am Freitag am Wiener Landesgericht ein Elfenbein-Sammler nach dem Artenhandelsgesetz zu einer teilbedingten einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. In seiner Wiener Wohnung waren 88 Elefantenstoßzähne mit einem Gesamtgewicht von 560 Kilogramm sichergestellt worden. Deren Besitz ist nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen untersagt.

Das Gericht glaubte dem 67-Jährigen nicht, der versichert hatte, er habe die Sammlung 1979 und damit vor Inkrafttreten des Artenschutzübereinkommens von einem mittlerweile verstorbenen Ägypter übernommen. Vier Monate der verhängten Freiheitsstrafe wurden unbedingt ausgesprochen, den Rest bekam der bisher Unbescholtene auf Bewährung nachgesehen.

Richterin schließt Fußfessel explizit aus

Den unbedingten Strafteil muss der Mann laut erstinstanzlichem, nicht rechtskräftigem Urteil im Gefängnis und nicht im elektronisch überwachten Hausarrest verbüßen: Richterin Martina Spreitzer-Kropiunik erklärte die Fußfessel explizit für ausgeschlossen.