EU-Haftbefehl: Internationale Trickbetrüger in Wien gefasst
Zwei Beamtinnen wurden beim Einsatz verletzt.
Am 4. Februar sind in Wien vier Tatverdächtige in mehreren Trickdiebstählen festgenommen worden. Beteiligt waren das Landeskriminalamt Wien und die Einsatzgruppe zur Bekämpfung von Straßenkriminalität.
Die Verdächtigen - drei Frauen und ein Mann - sind bereits in Deutschland auffällig geworden und wurden per EU-Haftbefehl gesucht. In Wien sollen sie zwei Pensionisten hereingelegt und ausgeraubt haben.
Die bisher bekannten Opfer waren 86 und 96 Jahre alt. Erbeutet wurden Schmuck und Bargeld.
Mit dem "Zetteltrick" Zugang in Wohnung erschafft
Um in deren Wohnungen zu gelangen, wurde der sogenannte Zetteltrick verwendet, der die Gutgläubigkeit der Opfer besonders ausnutzt, erklärte Julia Schick, Sprecherin der Landespolizeidirektion Wien.
Die mutmaßlichen Trickdiebe fragten im Stiegenhaus nach einem Zettel und einem Stift oder täuschten vor, sie würden die Wohnung eines vermeintlichen Bekannten suchen. Das waren allerdings nur Ablenkungsmanöver, um in die Räumlichkeiten zu gelangen.
Ein zweiter Täter durchsuchte dann unbemerkt nach Schmuck und Bargeld. Bei der Festnahme der vier Verdächtigen wurde ein vierstelliger Eurobetrag und Schmuck sichergestellt.
Weitere Opfer gesucht
Die Beschuldigten sind laut Polizei Teil einer kriminellen Vereinigung, die zuvor schon in Österreich und Deutschland mit dieser Art von Trickdiebstahl aufgefallen ist. Das Quartett setzt sich aus zwei Polen, einer Deutschen und einer US-Amerikanerin zusammen. Alle vier verweigerten die Aussage und wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht.
Die Polizei sucht indes nach weiteren Opfern dieser oder ähnliche gelagerter Trickdiebstähle. "Betroffene trauen sich oft nicht, zur Polizei zu gehen", sagte Schick. Deswegen sei die Dunkelziffer im Trickdiebstahlbereich hoch.
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