Von New Yorks Straßen auf den Wiener Ring: Pride Parade feiert 30 Jahre

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Aktivisten brachten die Regenbogenparade 1996 nach Wien. Heute ist sie wichtiger denn je, aufgrund der Budgetkürzungen der Stadt fällt sie heuer allerdings kleiner aus als in den vergangenen Jahren.

Wenn die Prunkstraße Wiens wieder in bunten Farben erstrahlt, Regenbogenfahnen geschwungen werden und die Outfits der Menschen kreativer denn je sind, kann es nur eines bedeuten: Die „Vienna Pride“, auch Regenbogenparade genannt, ist zurück.

VIENNA PRIDE 2025 - REGENBOGENPARADE

Glitzer, knappe Outfits oder bunte Farben: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. 

Und heuer ist ein besonderes Jahr, denn die Veranstaltung auf der Ringstraße jährt sich zum 30. Mal. Doch wie fand die Demo eigentlich ihren Weg nach Wien? Im Jahr 1996 holten Aktivist Andreas Brunner und seine Kollegen die Regenbogenparade erstmals von New York nach Wien. Eine vorangegangene Reise in die amerikanische Stadt im Jahr 1994 entfachte die Idee. Dort jährten sich gerade die „Stonewall-Unruhen“, Proteste von homosexuellen Menschen gegen eine Polizeirazzia im Stonewall Inn, zum 25. Mal (siehe Infobox). Zelebriert wurde dieser Kampfbeginn um die Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen mit einer Parade. Das Reisefazit von Brunner: So etwas braucht Wien auch.

VIENNA PRIDE 2025 - REGENBOGENPARADE

Über 300.000 Menschen feierten im Juni 2025 Toleranz und Menschenrechte in Wien.  

Zwei Jahre später, am 29. Juni 1996 – orientiert am Datum der „Stonewall-Proteste“ – war es schließlich so weit: Die Demo für mehr Toleranz fand erstmals in Wien statt. Das Ziel war gesellschaftliche Anerkennung für marginalisierte Gruppen. Kurz gesagt geht es um das allumfassende Recht, man selbst zu sein, sich selbst nicht verleugnen zu müssen.

Über 300.000 Menschen

Laut einem ORF-Bericht gingen an jenem Tag vor dreißig Jahren in Wien Zehntausende Menschen auf die Straße, um für mehr Sichtbarkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung zu demonstrieren. Aus Zehntausenden wurden aber schnell mehr: Zuletzt nahmen 2025 über 300.000 Menschen am Protestzug um den Wiener Ring teil.

Inmitten des Glitzers, der knappen Outfits und der Feierlaune darf aber auch heute der Grundgedanke der Pride nicht verloren gehen: „Solange Homo-, Bi- und Pansexualität sowie die Anerkennung der Geschlechtsidentität nicht selbstverständlich, sondern Gegenstand von Unterdrückung, Diskriminierung, Angst, Vereinsamung und Verzweiflung ist, werden wir nicht aufhören, für die Emanzipation von Menschen zu kämpfen“, so die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien, Veranstalter der heutigen „Vienna Pride“.

Was sich 2026 ändert

Die Jubiläumsparade findet dieses Jahr am 13. Juni statt. Dem Event steht heuer aber eine neue Herausforderung bevor: Die umfassenden Budgetkürzungen der Stadt Wien machen auch vor den Fördermitteln für die Pride nicht halt.

Die Vienna Pride fällt heuer deshalb etwas kleiner aus als zuletzt. Erstmals wird sie mit einem eintägigen Community Fest im Prater samt dem Pride Run Vienna eröffnet. Und auch das Pride Village am Rathausplatz findet nur eintägig am Tag der Regenbogenparade statt. „Wir sind enttäuscht, dass die Stadt Wien bei der Menschenrechtsarbeit sparen muss und die Förderung um fast 50 Prozent auf 350.000 Euro gekürzt wird, gerade da die Vienna Pride für die Stadt ein Vielfaches an Wertschöpfung durch Tourismus wieder einspielt“, sagte Katharina Kacerovsky-Strobl, Veranstalterin der Vienna Pride, in einer Aussendung. HOSI-Obfrau Ann-Sophie Otte fügt dem hinzu: „Die Gleichstellung von LGBTIQ+-Menschen ist noch immer nicht erreicht.“

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