Diana Fritz zapft Frastanzer-Bier vom Fass. 

© Kurier/Franz Gruber

Chronik Wien
04/07/2019

Völlerei: Wie eine Wirtin aus dem Ländle die Wiener einkocht

Die Völlerei wurde kürzlich zwei Jahre alt. Warum Inhaberin Diana Fritz die Käsknöpfle-Quelle weiter offen halten will.

von Stefanie Rachbauer

Vor rund einem Jahr waren die in Wien lebenden Vorarlberger der Panik nahe. Der Grund: Das Ü, ein Vorarlberger Beisl in der Leopoldstadt, sperrte zu. Das löste die Befürchtung aus, dass die Käsknöpfle-Versorgung zum Erliegen kommen könnte – zum Glück für Völlerei-Inhaberin Diana Fritz.

„Bei uns hat daraufhin das Telefon Sturm geläutet“, sagt die Wirtin. Käsknöpfle servierte Fritz in ihrem Lokal am Yppenplatz bis dahin nur an einzelnen Abenden. Nach dem Ü-Ende setzte sie die Leibspeise ihrer Landsleute auf die reguläre Karte.

Doch nicht nur Gäste aus dem Ländle kämen zum Käsknöpfle-Essen zu ihr, erzählt die 30-Jährige. „Auch viele Nicht-Vorarlberger kosten sie. Wenn eine Vorarlbergerin am Kochen ist, haben die Leute das Vertrauen, dass eine Spezialität so ist, wie sie sein sollte.“

Fritz verwendet für ihre Käsknöpfle vier Sorten Käse: Räßkäse, Surerkäs (hat Ähnlichkeit mit Graukäse), Bergkäse und Emmentaler. „Das macht jede Familie anders. Die Vorarlberger Käsknöpfle gibt es nicht.“

Nicht weniger umstritten ist die Beilage. In Fritz’ Heimatstadt Feldkirch isst man Käsknöpfle mit Blattsalat und Röstzwiebeln. Für die Dornbirner und Bregenzerwälder bietet sie in der Völlerei auch Erdäpfelsalat an.

Heimatgefühl

Daneben serviert Fritz auch andere Schmankerl aus ihrer Heimat: Kalbsbratwurst mit Zwiebelsauce, Subira-Brand (Birnenschnaps, Anm.), Frastanzer Bier vom Fass oder Ross-Landjäger mit Lustenauer Senf.

„Das war es aber auch schon“, sagt Fritz. Als Vorarlberger Gasthaus verstehe sie ihr Lokal nämlich nicht. „Wir sind ein österreichisches Wirtshaus und haben halt auch diese Spezialitäten.“

In die Nachfrage nach regionalen Speisen spiele ein gewisser Hang Ursprünglichkeit und Heimatgefühl hinein, glaubt Fritz. Und es liege im Trend, auf die Herkunft der Produkte zu achten: „Die Leute schauen dementsprechend auch, wo sie essen gehen.“

Für Fritz sind das gute Voraussetzungen. Ihre Völlerei feierte kürzlich ihren zweiten Geburtstag – und es sollen viele weitere folgen: „Ich mache weiter und werde die Käsknöpfle-Quelle sicher nicht schließen.“

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