Chronik | Wien
13.06.2018

Vassilakou: "Befinde mich in einem Nachdenkprozess"

Während die Grünen über die Citymaut und den Lobautunnel diskutieren, denkt Wiens Vizebürgermeisterin noch über eine Wiederkandidatur nach.

Citymaut und Lobautunnel. Zwei Themen, die die Wiener Grünen gerade beschäftigen. Bei der Citymaut hat der neue Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) dem Vorschlag seines grünen Koalitionspartners jedenfalls eine Absage erteilt. Der Lobautunnel ist hingegen den Grünen ein Dorn im Auge. Die Koalition stellt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou aber nicht in Frage, wie sie im Ö1-Journal Mittwochfrüh erklärt: "Was haben wir davon, die Koalition platzen zu lassen? Die Debatte der letzten Tage verdeutlicht, dass es hier jemanden braucht, der dafür sorgt, dass Mittel in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel investiert werden und dass darüber hinaus entweder die Citymaut oder ein günstiges Jahresticket für die Ostregion kommt."

Bei der geplanten Flächenkarte seien Wien, Niederösterreich und auch der Bund gefordert. Für die Bundeshauptstadt brauche es aber "eine unmittelbare Abhilfe", da diese "aktuell täglich im Verkehr erstickt." Auch den geplanten Ausbau der Radwege verteidigt die Vizebürgermeisterin: "Wenn wir möchten, dass 200.000 Radfahrerinnen und Radfahrer, die in der Saison täglich mit dem Rad unterwegs sind, am Abend lebendig und wohlbehalten nach Haus kommen, müssen wir auch in den Ausbau der Radwege investieren."

"Entscheidungswahl für die Grünen"

Keine Zustimmung Vassilakous gibt es bei der aktuellen Diskussion um eine Einführung einer Wartefrist vor der Zulassung zur Mindestsicherung: "Wenn jemand auf der Straße schlafen muss, ist es mir ehrlich gesagt relativ egal, ob er jetzt seit drei Monaten oder drei Jahren in Wien ist. Ich will nicht, dass in dieser Stadt Kinder auf der Straße übernachten müssen."

Trotz allen Differenzen mit dem Regierungspartner, der SPÖ, glaubt Vassilakou an eine dritte Auflage Rot-Grüns in Wien: "Wesentlich ist, worauf man sich in einem Regierungsübereinkommen verständigt und dass es auch eine Handschlagqualität gibt. Die gibt es von beiden Seiten und somit denke ich, dass auch für die nächsten Jahre gute Weichen gestellt sind, damit diese Zusammenarbeit fortgesetzt wird."

Ob sie auch selbst weiter als Spitzenkandidatin tätig sein wird, lässt sie offen: "Ich befinde mich in einem Nachdenkprozess. Ich habe aktuell alle Hände voll zu tun. Die kommende Wahl wird auch eine Entscheidungswahl für die Grünen sein und da macht es Sinn so eine Entscheidung nicht unüberlegt zu treffen."