Rosen für die Wertschätzung: Das Fest der Liebe im Seniorenheim
Es ist der Tag im Jahr, an dem Zuneigung und Aufmerksamkeit groß geschrieben werden: Der Valentinstag. Doch nicht für alle ist das „Fest der Liebe“ ein Tag der Romantik, sondern vielmehr eine Erinnerung an verlorene Lieben.
„Das können weit entfernte Familien sein, Abwesenheit des Partners oder schlichtweg eine Erinnerung daran, dass das Leben stiller geworden ist“, erzählt die belgische Künstlerin Celine Vanhoutte. Liebe sei eben weit mehr als Romantik. Unter dem Namen „Quelle Surprise“ möchte sie mit einer speziellen „Valentinsinitiative“ deshalb speziell der älteren Generation eine Freude bereiten.
Für zehn Euro kann online ein symbolisches Ticket gekauft werden, das für eine rote Rose und ein Gedicht steht. Am Freitag, 13. Februar (also einen Tag vor dem Valentinstag) werden die Geschenke persönlich bei den Seniorinnen und Senioren im Haus Gustav Klimt in Penzing übergeben.
Die Gedichte werden von den Künstlerinnen Rosa Braber, Lisa-Carolin Nemec, Silvi Spechtenhauser, Anja Grundner vorgetragen. Das Ziel der Aktion: Freude bereiten und unvergessliche Momente schaffen. Im Anschluss erhalten die Bewohner Bilder der Fotografin Kseniia Kovalenko als Erinnerung an den Tag.
Familientradition
Inspiriert hat die Idee Vanhouttes Großvater, der nach dem Tod der Großmutter selbst in einem Heim lebte. „Jedes Jahr am Valentinstag kaufte er für jede Frau dort eine Blume, einfach um sicherzugehen, dass sich niemand vergessen fühlte.“ Denn genau darum gehe es: Menschliche Verbindungen in jeder Lebensphase schätzen und sichtbar machen. Angelehnt an die Geste des Großvaters, gehe es bei diesem Projekt aber ebenso sehr ums Zuhören wie ums Geben. „Es ist wichtig, dass Senioren nicht das Gefühl haben, vergessen zu werden. Und sie bringen so viel Lebenserfahrung und Geschichten mit“, sagt die Initiatorin. Ältere Generationen befänden sich oft in einer Lebensphase, in der die Welt an ihnen vorbeiziehe. Die Aktion habe deshalb nicht mit Mitleid zu tun, im Gegenteil: „Es geht uns um Wertschätzung“, so Vanhoutte.
Spenden noch möglich
Bereits zum zweiten Mal findet die „Valentinsüberraschung“ im Haus Gustav Klimt statt: „Es war letztes Jahr ein sehr berührendes Erlebnis, zu sehen, dass kleine Gesten einen großen Effekt haben“, erinnert sich Vanhoutte zurück. Die Heimbewohner hätten sich sehr über den Besuch gefreut. „Viele hatten Tränen in den Augen.“
Das Projekt kam so gut an, dass es dieses Jahr nicht nur wiederholt, sondern sogar ausgeweitet wird. Mehrere Pensionistenheime stünden bereits auf der Warteliste. „Je mehr Spenden wir bekommen, desto mehr Menschen in mehr Heimen können wir überraschen“, so Vanhoutte.
Zusätzlich sei der zeitliche Rahmen ausgedehnt worden, da es ohnehin nicht möglich sei, alle Übergaben an einem Tag durchzuführen. Deshalb kann man auch nach dem Valentinstag noch ein Rosen-Ticket erwerben. Bis Ende des Monats läuft die Aktion. Mehr Informationen gibt es hier.
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