Chronik | Wien
20.08.2018

„Unterste Schublade“: SPÖ kontert Filz-Vorwürfen der Neos

Die Wiener SPÖ-Parteimanagerin Barbara Novak wirft den Pinken Undankbarkeit vor

Bürgermeister-Kür. Für Empörung bei der SPÖ sorgt der jüngste Vorstoß des neuen Neos-Klubchefs Christoph Wiederkehr. Dieser hatte angedacht, sich gemeinsam mit FPÖ und ÖVP auf einen unabhängigen Bürgermeister zu verständigen. Denn die SPÖ habe „keine Erbpacht auf diese Stadt“.

Den Neos gehe es einzig darum, einen SPÖ-Bürgermeister zu verhindern, kritisiert Landesgeschäftsführerin Barbara Novak. „Es geht hier aber um den Respekt vor dem Wählerwillen und um das Demokratieverständnis. Deshalb soll die stimmenstärkste Partei auch den Bürgermeister stellen“, betont sie gegenüber dem KURIER.

Begründet hatte Wiederkehr seine Idee auch damit, dass die Stadt Wien „so verfilzt sei“. Deshalb brauche die SPÖ eine Pause von der Macht. „Unterste Schublade und Propaganda“ ist das für Novak. Hier schwinge der Vorwurf der Korruption mit. „Sollte Wiederkehr dazu etwas wissen, sollte er zur Staatsanwaltschaft gehen“, fordert die Parteimanagerin.

Undankbare Neos

Zur Neos-Forderung nach einem freien Spiel der Kräfte im Gemeinderat meint Novak: „Es ist auf unsere Initiative zurückzuführen, dass die Neos einen Platz in allen Gremien bekommen haben. Etwa in der U-Kommission, obwohl sie aufgrund ihrer Stärke dafür eigentlich zu klein wären. Aber Dankbarkeit ist offenbar keine politische Kategorie.“

Eine Koalition mit den Pinken ist für Novak trotz der jüngsten Verstimmung aber weiterhin denkbar. „Sie ist mit allen Parteien vorstellbar – mit Ausnahme der FPÖ. Es ist nur zu hoffen, dass die Neos nicht noch weiter nach rechts rücken. Denn das finden auch ihre Sympathisanten nicht so gut.“