Unfall im Wurstelprater: Mehrere Personen in Hochschaubahn verletzt

Waggon der "Wiener Hochschaubahn" durch menschliches Versagen entgleist. Zwei Frauen wurden ins Spital gebracht, drei weitere Personen an Ort und Stelle versorgt.
Unfall im Wurstelprater: Mehrere Personen in Hochschaubahn verletzt

Mehrere Menschen sind Samstagmittag bei einem Unfall der "Wiener Hochschaubahn", auch "Zwergerlbahn" genannt, im Prater verunglückt. Zwei Frauen, beide 63 Jahre alt, wurden von der Berufsrettung verletzt ins Spital gebracht, sie dürften Prellungen erlitten haben. Drei weitere Fahrgäste, zwei 39-jährige Frauen und ein 46-jähriger Mann, mussten nach der Erstversorgung nicht ins Krankenhaus. Der Waggon, in dem sie gefahren waren, war entgleist.

"Aufgrund einer Fehleinschätzung der Fahrzeugführerin" sei der Zug vor Ende der Fahrt zu schnell gewesen, teilten die Betreiber der Hochschaubahn der APA mit. "Da die Notbremseinrichtung nicht betätigt wurde, entgleiste der erste Waggon." Die Fahrzeugführerin war, wie vorgesehen, im zweiten Waggon mitgefahren.

Betreiber: Kein technisches, sondern menschliches Versagen

Kinder seien nicht in den Unfall involviert gewesen. Die Betreiber hätten umgehend die Rettungskette in Gang gesetzt. "Es wird betont, dass es nicht aufgrund eines technischen, sondern menschlichen Versagens zu diesem bedauerlichen Zwischenfall kam", hieß es, und: "Wir wünschen allen Betroffenen rasche Genesung." Die Einsatzalarmierung war gegen 12.15 Uhr bei der Polizei eingegangen, gegen 13.30 Uhr war der Polizei- und Rettungseinsatz beendet.

Der Polizei lagen noch keine gesicherten Angaben zur Ursache des Unfalls im Bezirk Leopoldstadt vor. "Es schaut aber eher nicht nach Fremdverschulden Dritter aus", sagte Polizeisprecher Markus Dittrich auf APA-Anfrage. Das war bei einem anderen Unfall im Prater, der Entgleisung einer Lok der Liliputbahn vor fast genau zwei Jahren, durchaus im Raum gestanden. Hinter dem Unglück vom 7. April 2024 vermuteten die Betreiber einen Sabotageakt durch auf die Gleise gelegte Steine und Metallstücke. Verletzt wurde damals niemand: Nur die Lok kippte um, die Waggons mit den Passagieren blieben aufrecht.

Eine der ältesten aktiven Hochschaubahnen der Welt

Die jetzt betroffene Anlage gilt als eine der ältesten aktiven Hochschaubahnen der Welt, errichtet wurde sie in den Jahren 1948 bis 1950, und als eines der letzten alten Bauwerke im Wiener Wurstelprater. Sie wird als Familienunternehmen geführt und ist noch im Originalzustand erhalten als reiner Holzbau mit konventioneller Schienenanlage und mitfahrendem Bremser. Die rund 450 Meter lange Strecke führt durch eine künstliche Szenerie, die den Großglockner nachstellen soll. Ihren Spitznamen "Zwergerlbahn" verdankt sie einigen entlang der Strecke platzierten Gartenzwergen. 

Kommentare