Neue U2-Station: Eine Frau mehr im Wiener U-Bahn-Netz
Von Franziska Trautmann
Frauen sind im Wiener Stadtbild immer noch unterrepräsentiert – beispielhaft sind dafür die Namen der Wiener-U-Bahn–Stationen. Bis jetzt waren nur zwei von insgesamt 109 Stationen nach Frauen benannt. Ab Montag gesellt sich aber eine Dritte dazu: die U2-Station „Lina-Loos-Platz“.
Zwischen den Stationen Aspernstraße und Hausfeldstraße steht jetzt also der Name von Lina Loos, einer österreichischen Schauspielerin und Schriftstellerin, die als Pionierin weiblicher Emanzipation gilt. Mit dieser neuen Station wird die violette U-Bahn-Linie von 20 auf 21 Stationen erweitert – und das ganze Wiener-U-Bahn-Netzwerk auf insgesamt 110 Stationen.
Die neue Station befindet sich zwischen Hausfeldstraße und Aspernstraße.
Rohbau seit 2013
Eigentlich gibt es den Rohbau der Station schon seit der Fertigstellung der U2-Verlängerung nach Seestadt im Jahr 2013, bis jetzt wurde sie aber nie in Betrieb genommen und galt bei den Wienern als „Geisterstation“. Vor fünf Jahren habe man dann begonnen die Station fertigzustellen. Ab Montag, 19. Jänner, bleibt dann sogar die U-Bahn stehen.
Aber wieso erst jetzt? Grund sei die Entwicklung des Stadtgebiets Oberes Hausfeld. Rund um den Lina-Loos-Platz sollen künftig 8.000 Bewohner leben. Die bräuchten eine gute Öffi-Anbindung, sagt Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Schon in den nächsten Monaten soll die Besiedlung des Gebiets beginnen. Auch wenn es derzeit noch nicht danach ausschaut. Denn noch spiegeln sich in den Glastüren der Station Bauten mit ungestrichenen Fassaden und fehlenden Fenstern.
Mit vielen Fahrgästen rechnen die Wiener Linien dementsprechend jetzt noch nicht, aber in der Zukunft. Wieso die Station nicht erst gebaut wurde, wenn das angrenzente Wohnviertel bereits besiedelt ist, erklärt Sima im Gespräch mit dem KURIER: „Es war effizienter damals die ganze U-Bahn–Linie auf einmal zu errichten. Im Nachhinein noch eine Station zu bauen wäre um ein Vielfaches teurer gewesen.“
Am Dach der Station sind über 70 Photovoltaikmodule für die Produktion von umweltfreundlicher Energie montiert. Die beiden Stationszugänge sind am Lina-Loos-Platz und auf der Franz-Wels-Gasse. Bei beiden Eingängen gibt es eine neue Fahrradgarage. Für 1,50 Euro kann man dort sein Fahrrad 24 Stunden lang abstellen.
Eine Aufwertung erfahren soll in den kommenden Jahren auch der Lina-Loos-Platz selbst. Rund 1.800 Grünfläche und ein Wasserspiel sollen errichtet werden. Zusätzlich soll es irgendwann eine WienMobil Rad-Station und eine Bushaltestelle geben.
Dritte weibliche Station
In die Reihe jener Frauen, nach denen eine Wiener-U-Bahn-Station benannt ist, stehen neben Lina-Loos übrigens noch zwei andere: Die U4-Station Margaretengürtel ist nach der Märtyrerin Margareta von Antiochia und die U4/U6-Station Längenfeldgasse nach der Wohltäterin Josefine Haas von Längenfeld-Pfalzheim benannt. Mit Lina Loos gesellt sich nun eine dritte Frau dazu und vielleicht auch nicht die Letzte.
Mit dem Ausbau der U5 könnten sich weitere Möglichkeit für nach Frauen benannte U-Bahn-Stationen ergeben. Der Wille ist jedenfalls da: „Uns ist aufgefallen, dass wir im U-Bahn-Netzt sehr wenige weibliche Stationsnamen haben und das wollten wir ändern“, so Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl.
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