Chronik | Wien
29.07.2018

Tote wurden im Spital auch noch bestohlen

Reinigungskraft des Spitals soll mit den gestohlenen Bankomatkarten die Konten der davor Verstorbenen leer geräumt haben.

Einen besonders dreisten und perfiden Kriminalfall hat das Landeskriminalamt Wien nach monatelangen Ermittlungen klären können. Eine Reinigungskraft soll in Krankenhäusern Personen bestohlen haben, die kurz zuvor verstorben sind. Die Verdächtige soll mit den entwendeten Bankomatkarten die Konten der Toten geplündert haben.

Die beiden bekannten Fälle ereigneten sich in den Jahren 2016 und 2017. In den Zeiträumen hatten unautorisierte Bankomatbehebungen von kürzlich in Wiener Spitälern Verstorbenen stattgefunden. Beim ersten Fall verschwanden 37.000 Euro, beim Zweiten etwa 8.000 Euro von den Konten der Opfer. In beiden Fällen gestaltete sich die Arbeit der Kriminalbeamten als sehr schwierig. Ermittler des LKA, Außenstelle West, hatten es nicht leicht da der erste Diebstahl erst ein Jahr später bemerkt und zur Anzeige gebracht wurde. Zu dem Zeitpunkt waren sämtliche Beweismittel, wie etwa das Videomaterial aus der Bankfiliale, nicht mehr verfügbar. Auch beim zweiten Diebstahl gab es nur sehr vage Anhaltspunkte, der Fall wurde schließlich aber von einem aufmerksamen Bankangestellten bemerkt.

Nach tagelangen Observationstätigkeiten konnte eine 56-jährige Frau als Tatverdächtige ausgeforscht werden. Die Frau war als Reinigungskraft in jenen Spitälern angestellt, wo die Diebstähle der Bankomatkarten stattgefunden haben. Sie zeigte sich zu den Taten nicht geständig und wurde auf freiem Fuße zur Anzeige gebracht.