Chronik | Wien
10.09.2018

SS-Transparent bei Capitals-Spiel aufgehängt

Vorfall beim Spiel der Silver Caps in der Erste Bank Arena löste Polizeieinsatz aus. Zehn junge Fans wurden angezeigt.

Bereits vor dem Eishockeyspiel in der EBYSL der Silver Caps hängte die Fangruppe "Unbequeme Jugend" mehrere Transparente auf, die gut sichtbar für die restliche Zuseher waren. Auf den Bannern schrieben die jungen Fans Sätze, wie "A.C.A.B - ewiger Beamtenhass" und "Scheiss Kibarei". "Das Doppel-S ähnelte stark dem damaligen SS-Schriftzug", schildert Polizeisprecher Harald Sörös. Die Siegrune wurde in der Zeit des Nationasozialismus als Emblem des Deutschen Jungvolkes in der Hitler-Jugend verwendet.

Manager alarmierte Polizei

Weitere Fans waren auf die Transparente aufmerksam geworden und hatten Alarm geschlagen. "Der General Manager hat persönlich die Polizei verständigt", sagt Sprecher Thomas Zach. Als die Beamten eintrafen hatten die Anhänger bereits die Banner zerrissen und in den Mistkübel geworfen. Doch Videomaterial, das aus den Überwachungskameras gesichert wurde, enttarnte die Fans. Bei Personenkontrollen wurden bei den Beschuldigten zudem pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Ein Mann wurde deshalb angezeigt.

Insgesamt fassten alle zehn Verdächtigen - sie sind im Alter zwischen 15 und 18 Jahren - Anzeigen nach dem Verbotsgesetz aus. Die Aktion ließ die Verantwortlichen bei den Vienna Capitals nicht kalt. Die Mädchen und Burschen bekamen außerdem von seiten des Vereines ein Hallenverbot auferlegt. „Es ist positiv, wie unsere Fanclubs reagiert haben. Wir sind auf solche Dinge völlig allergisch. In dieser Hinsicht gibt es bei uns null Toleranz", sagt Manager Franz Kalla. Die Verdächtigen dürften genau deshalb ein Spiel der U20 Mannschaft ausgesucht haben. Denn ansonsten hätte es Probleme mit den anderen Fanclubs gegeben.

Das Eis wurde dafür am Spielfeld gebrochen. Das Spiel der Silver Caps in der U20-Meisterschaft gegen den ungarischen Verein Győri ETO endete 8:3.