Ein Event, das Menschen begeisterte
In Spitzbergen froren die Touristen bei eisigen Temperaturen. Sie wurden dafür mit einem klaren Blick auf die totale Sonnenfinsternis belohnt. Etwas südlicher, auf den Färöer, trübten aber Wolken die Stimmung der Sonnenfinsternis-Fans. Wer wert auf Komfort legte, der bestieg gleich eines von 20 Flugzeugen, die durch die Totalitätszone flogen.
Die nur über dem Atlantik und zwei Inseln sichtbare totale Sonnenfinsternis blieb am Freitag nur ein paar Tausenden vorbehalten. In den anderen Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas mussten sich die Massen mit einer partiellen Sonnenfinsternis begnügen. Und die war ohne entsprechende Schutzfolien nicht wirklich zu sehen.
Trotzdem lockte das Himmelsschauspiel Hundertausende ins Freie. Egal ob auf den Bergen, oder auf Plätzen in den Städten oder vor Sehenswürdigkeiten, wie den Pyramiden in Ägypten – überall wurde Finsternis geschaut.
Auch in Österreich gab es trotz ausverkaufter Finsternisbrillen zahlreiche Sofi-Events, wie am Dach des KURIER-Medienhauses oder auf dem Wiener Heldenplatz (der KURIER tickerte).
Bleibender Effekt
Die astronomischen Vereine Österreich erhoffen sich jetzt ein verstärktes Interesse für Sonne, Mond und Sterne. Denn viele Vereine klagen über Nachwuchsmangel. Werner Gruber, besser bekannt als Science Buster und Chef des Wiener Planetariums, ist davon überzeugt, dass Ereignisse wie die Sonnenfinsternis das Potenzial haben, wieder mehr Interesse für die Naturwissenschaft zu wecken.
Gruber: "Bei der Wiener Urania waren viele Schüler und noch jüngere Kinder, die sich sehr dafür begeistert haben. Manche Leute haben mir erzählt, dass sie sich extra den Tag freigehalten haben." Tausende kamen, um durch Fernrohre auf die Sonne zu blicken.
Das Problem mit dem Nachwuchsmangel liegt also nicht am Interesse. "Es muss einfach mehr angeboten werden. In der Urania gibt es täglich Vorträge von Wissenschaftern, die immer sehr gut besucht sind. Da kommen immer 80 bis 100 Menschen."
Das "Geheimnis" dieser Vorträge ist es laut Gruber, dass die Experten die Inhalte so gestalten, um jedem Wissenschaft näherbringen zu können. "Meistens gibt es die Möglichkeit, nach den Veranstaltungen mit den Experten zu sprechen. Da stehen die Zuhörer oft Schlange, weil sehr viel Interesse besteht", sagt Gruber.
Und so könnte die Sonnenfinsternis – obwohl sie nur zwei Stunden dauerte – einen positiven Effekt hinterlassen. Und zwar für die Naturwissenschaften.
Großes Interesse auch auf der Terrasse des KURIER-Medienhauses
Auch Schweißerbrillen wurden für Beobachtungen genutzt
Tunesien: Auch hier konnte die Finsternis beobachtet werden
Pause beim Skifahren genutzt. Hoch oben im Zillertal wurden Finsternisbrillen ausgepackt
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