Chronik | Wien
19.11.2018

Saftige Gastro-Pleite eines Take-Aways für Brainfood

Wiener Gastro-Firma hat 650.000 Euro Schulden angehäuft, will aber weiter machen. Zwei Standorte bereits aufgelassen.

" Brainfood am Morgen und zum Mittagessen ist der Schlüssel zu geistiger Fitness, Konzentration und Energie für einen produktiven Arbeitstag. Brainfood am Abend, in der richtigen Mischung bringt Harmonie und Entspannung", heißt es auf der Homepage. "Es fühlt sich an wie ein kleines Wunder, ist aber ganz einfach die Wirkung eines stabilen Blutzuckerspiegels durch ausgewogene Ernährung: Der richtige Mix aus den richtigen Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, Mineralstoffen und Vitaminen verleiht Kraft und Ausdauer für konzentrierte Meetings, erfolgreiche Verhandlungen und den entspannten Umgang mit Stress."

Offenbar hat sich der Nutzen von Brainfood in Wien noch nicht bei den Kunden durchgesetzt. Denn: Über das Vermögen von Patricia Essl, Inhaberin der nicht protokollierten Firma „Pat’s Brainfood“, mit Sitz in der Wiener Plankengasse wurde heute, Montag, am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das bestätigt der Gläubigerschutzverein KSV1870 dem KURIER. Das Einzelunternehmen hat rund 650.000 Euro Schulden bei 57 Gläubigern angehäuft. Fünf Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

"Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird auf die nicht erzielten Umsatzerlöse sowie die notwendig hohe Anzahl an Mitarbeitern und den daraus resultierenden Problemen zurückgeführt", heißt es dazu vom AKV.

Pat’s Brainfood“ (www.pats-brainfood.com)  ist ein Take-away, das auf sogenanntes Brainfood spezialisiert ist. Nach eigenen Angaben war dies das erste „Take-away“ in dieser Form in Österreich", heiß´t es weiter. "Die Speisen werden vor Ort zur Mitnahme oder zum sofortigen Verzehr angeboten, darüber hinaus catert "Pat´s Brainfood" Meetings, Seminare oder Konferenzen und stellt dabei auch spezielle Kreationen nach individuellen Bedürfnissen zusammen."

Weitere Standorte waren in der Währingerstraße und in der Wienerbergstraße, diese wurden bereits still gelegt. Essl strebt nach eigenen Angaben die Fortführung des Geschäftslokales in Wien 1 und  eine Sanierung an.

"Der Insolvenzverwalter wird prüfen, ob eine Fortführung des Lokals und ein etwaiges Sanierungskonzept  realisierbar und erfolgversprechend ist", teilt  der KSV1870 mit. Zum Masseverwalter wurde der renommierte Anwalt und Gastronomie-Experte Walter Kainz  bestellt.