Kein Alkohol.

© KURIER/Gerhard Deutsch

Bahnhof Floridsdorf
12/13/2018

Rot, Schwarz und Blau stimmen für Alkoholverbot in Floridsdorf

Nach dem Praterstern könnte jetzt auch ein Alkoholverbot für den Bahnhof Floridsdorf folgen.

von Birgit Seiser

Weit auseinander liegen die Meinungen von ÖVP und Grünen, wenn es um Alkoholverbote in Wien geht. Während Nationalratsabgeordneter und Sicherheitssprecher Karl Mahrer (ÖVP) wiederholt  ein Alko-Verbot rund um den Bahnhof in Floridsdorf forderte, wollen die Grünen Wien die Probleme mit mehr sozialer Arbeit eindämmen.

Am Mittwochabend einigten sich die SPÖ-Bezirksvorstehung, die ÖVP und die FPÖ auf ein Alkoholverbot in Floridsdorf. Grüne und Neos stimmten dagegen. Erfreut über den Beschluss der Bezirksvertretung zeigte sich Wiens ÖVP-Sicherheitssprecher Mahrer: „Bereits vor mehreren Monaten haben wir im Rahmen eines Lokalaugenscheins der Initiative ‚Für ein sicheres Wien‘ diverse Missstände rund um den Bahnhof aufgezeigt.“

 

Lydia Neuwirth in Floridsdorf

"Die Situation in Floridsdorf hat sich verschlechtert. Es ist unangenehm, wenn man an den Betrunkenen vorbeigehen muss. Ich wäre für ein Alkoholverbot."

Michael B. arbeitet in einem Restaurant direkt am Bahnhof Floridsdorf

„Mit einem Alkoholverbot würde es sicher wieder ruhiger werden. Ich habe keine Angst vor den Menschen, aber ich verstehe, dass es für manche unangenehm ist.“

Christina Hoessl in Wien-Meidling.

 „Ich bin öfter an Bahnhöfen und muss schon sagen, dass es unangenehm ist, wenn Betrunkene herumsitzen. Ich denke, dass ein generelles Alkoholverbot an solchen Plätzen sinnvoll wäre.“

In einer KURIER-Diskussion zwischen der Wiener Grünen-Chefin und Gemeinderätin Birgit Hebein und Mahrer gingen die Wogen diesbezüglich hoch. Laut Hebein seien die Verbote nur ein Mittel zur Vertreibung der Obdachlosen: „Im Fall vom Praterstern reden wir von 40 schwer alkoholkranken Menschen. Es macht doch keinen Sinn, immer mehr Verbote zu schaffen und damit die Suchtkranken durch die Stadt zu jagen. Wir reden über ein soziales Problem. Wir brauchen niederschwellige Einrichtungen.“

Gerade dort, wo es solche Einrichtungen bereits gibt, wie bei der Josefstädter Straße oder der Gumpendorfer Straße, sieht die ÖVP ebenfalls Handlungsbedarf. Obwohl man auch auf Sozialarbeit setzten wolle, brauche es auch die Polizei. „Wir hören genau hin, was die Wiener sagen, und dadurch wissen wir, dass wir ein Problem mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl haben. Es ist notwendig, dass die Polizei Plätze, die stark frequentiert werden, überwacht und den Wienern dadurch ein gutes Gefühl geben kann“, sagt Mahrer.

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