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Chronik Wien
07/07/2021

Nanu? Wer geht mit einem Nandu durch die Wiener Innenstadt?

Polizei führte Nandu auf Inspektion ab. Ergebnis: Der Laufvogel aus Südamerika befindet sich legal im Land. Sein Besitzer ist auf Urlaub in Wien.

von Markus Strohmayer, Armin Arbeiter

"Nanu, ein Nandu?", dachten Beamte der Polizeiinspektion Brandstätte wohl am Mittwoch während ihres Streifendienstes. Die Polizisten waren um die Mittagszeit gerade in der Kärntner Straße unterwegs, als ihnen der knapp 1,5 Meter große Vogel - der zuerst fälschlicherweise für einen Emu gehalten wurde - zwischen Touristen entgegenspazierte. Das Tier dürfte einen sehr entspannten Eindruck gemacht haben, daneben ging sein der Besitzer, der dem Vogel sogar eine Leine samt Brustkorb angelegt hatte.

Der Slowene klärte die Beamten sogleich auf, dass es sich bei dem Laufvogel um einen südamerikanischen Nandu handle und nicht um den deutlich größeren, aus Australien stammenden Emu. Den Polizisten war die Situation dennoch suspekt, weshalb Besitzer und Haustier mit auf die Inspektion genommen wurden.

Auf der Polizeiwache wurde das Tier gefüttert und mit Wasser versorgt. Ein Amtstierarzt der MA 60 untersuchte den Nandu vor Ort, konnte aber keine Hinweise finden, dass das Tier nicht artgerecht gehalten worden wäre.

Der Besitzer, ein 58-jähriger Slowene konnte kein offizielles Dokument vorweisen, das ihn zur Haltung des Vogels in Österreich berechtigt hätte, weshalb ihm nahegelegt wurde, das Tier ehestmöglich aus dem Bundesgebiet zu bringen. Polizisten halfen dem Mann noch beim Verladen des Nandus in einen Fahrzeuganhänger.

Was, wenn er angreift?

Grundsätzlich stellt ein Nandu für Menschen keine große Gefahr dar. Grundsätzlich. Denn wie dieses Video beweist, können Nandus sowohl Eseln als auch Kindern einen ordentlichen Schrecken einjagen.

Dennoch wird ein erwachsener Mensch relativ leicht mit einem Nandu fertig.

Anders verhält es sich beim Vogel Strauß. Fühlt er sich provoziert, ist der zwei Meter große und rund 135 Kilo schwere Laufvogel eine ernstzunehmende Gefahr. Sein Tritt kann Menschen wie Löwen töten, Flucht zu Fuß ist sinnlos – ein Strauß kann eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen.

Greift Sie also ein Strauß an, empfiehlt es sich, auf den nächsten Baum zu klettern. Strauße können viel, aber nicht fliegen. Harren Sie auf dem Baum aus, bis sich das Tier beruhigt hat.

Sind weder Bäume noch andere Verstecke in Sicht, bleiben zwei Optionen: Sich totstellen oder kämpfen. Ersteres bleibt riskant, denn die scharfen Krallen eines Vogel Strauß können erheblichen Schaden anrichten.

Entscheiden Sie sich für den Kampf, nehmen Sie einen möglichst langen Stock zur Hand. Stellen Sie sich nie direkt vor das Tier – es kann nur nach vorn treten. Bleiben Sie an seiner Seite oder dahinter. Versuchen Sie, Hals, Flügel oder Beine zu treffen.

Disclaimer: Diese Tipps zielen nicht darauf ab, zu einem Kampf mit Tieren zu motivieren. Sie sollten nur im äußersten Notfall angewandt werden. Die beste Methode ist nach wie vor, gefährlichen Tieren aus dem Weg zu gehen und sie nicht zu provozieren.

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