Erschossene Hunde: Jetzt schlagen Tausende Haustierbesitzer Alarm
Nur sieben Tage nach dem Start der Petition „Haustierabschuss stoppen – JETZT!“ haben über 10.000 Menschen unterschrieben. Auslöser für die Petition waren zwei tödliche Vorfälle binnen weniger Wochen. „Das sind keine tragischen Einzelfälle mehr – das ist das Ergebnis eines Jagdrechts, das Haustiere nicht schützt. Wenn Hunde mit Warnwesten erschossen werden, läuft in diesem System etwas fundamental falsch. Dieses Gesetz gehört dringend reformiert,“ so Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.
Ende Dezember wurde Bordercollie Cooper in Oberösterreich erschossen, trotz neonfarbenem Brustgeschirr. Nur kurze Zeit später wurde in der Steiermark Hündin Bailey, einen Australian-Shepherd-Husky-Mix, erschossen. Auch sie trug eine Warnweste.
Mit Füchsen verwechselt
Die Begründung der Schützen in beiden Fällen: Man habe die Warnwesten tragendenden Hunde für Füchse gehalten. „Wenn Hunde mit Warnweste oder neonfarbenem Geschirr mit Füchsen verwechselt werden, haben wir ein massives Sicherheitsproblem“, sagt Michaela Lehner, Leiterin der Stabstelle Recht von Tierschutz Austria. „Cooper und Bailey sind Opfer eines Systems, das Tiere unzureichend schützt und Jägern bis heute Befugnisse einräumt, die aus einer anderen Zeit stammen.“
Ein aktuelles Rechtsgutachten der Juristin Erika Wagner (2025) bestätigt diese Rechtslücke: Der Abschuss von Haustieren sei verfassungswidrig, unverhältnismäßig und ethisch nicht vertretbar. Er beruhe auf teils jahrhundertealten Normen, die dem heutigen Mensch–Tier-Verhältnis widersprechen. Außerdem sind Jagdhunde ausgenommen, Familienhunde aber nicht, was eine sachlich kaum haltbare Ungleichbehandlung darstellt.
Neue Forderungen
Aktuell dürfen Hunde und Katzen in sämtlichen Jagdgebieten getötet werden, also in rund 98 Prozent Österreichs. Die Regelungen sind aber je nach Bundesland unterschiedlich.
Auf Basis der bisherigen Fälle und des Rechtsgutachtens fordert Tierschutz Austria: Ein österreichweites Verbot des Haustierabschusses, psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer, ein Alkoholverbot bei der Jagd und verbindliche Alkoholtests und ein sofortiger Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen.
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