Gigantisches Bühnenbild für „Tosca“ im Entstehen

Noch wird gemalt, gebohrt und gefräst. Was in einer Wiener Werkstatt entsteht, wird diesen Sommer zur spektakulären Kulisse für „Tosca“ im Steinbruch St. Margarethen.

Barocke Pracht im XXL-Format für den burgenländischen Römersteinbruch: Filigrane Skulpturen, religiöse Motive und Marmoreffekte: Noch liegen viele Elemente als Einzelteile vor. Doch zusammengesetzt entsteht daraus eine monumentale barocke Welt - inspiriert vom Rom um 1800. Mehr als 9.000 Arbeitsstunden stecken bereits in der aufwendigen Kulisse. Insgesamt werden rund 80 Tonnen Stahl, 500.000 Schrauben und kilometerlange Konstruktionen verbaut. Unterstützt wird die Fertigung nicht nur durch Handarbeit, sondern auch durch moderne Technologien wie 3D-Fräsen, Robotik und computergestützte Planung. Die Produktion soll auch visuell neue Maßstäbe setzen. Für Intendant Daniel Serafin ist klar: 

„Wir versuchen, die Messlatte jedes Jahr noch höher zu legen. Diese Tosca wird die 7.000 Quadratmeter im Steinbruch im wahrsten Sinne des Wortes sprengen. Es wird für jede Menge Action mit einem beeindruckenden Bühnenbild gesorgt. Ich denke, dass der ‚Fliegende Holländer‘ letztes Jahr mit rund 80.000 Besucherinnen und Besuchern bereits von einem breiten Publikum angenommen wurde, aber Puccini geht wahrscheinlich noch eindringlicher ins Ohr.“

Zu den zentralen Elementen zählt der gewaltige Hauptaltar, rund 24 Meter breit und etwa 12 Tonnen schwer. Ebenfalls prägend: das sogenannte Heiligtum, ein bis zu insgesamt  40 Tonnen schweres, wandelbares Bühnengebäude. Auch spektakuläre Details sind Teil des Konzepts: Ein riesiges Weihrauchfass schwingt während der Aufführung wie ein Pendel durch die Luft und überdimensionale Engelsskulpturen krönen die Szenerie. Mit Tosca kehrt ein Klassiker des Opernrepertoires zurück und zugleich ein Werk voller Dramatik: Liebe, Macht und Gewalt verdichten sich zwischen Kirche, Palast und Hinrichtungsort zu einer packenden Handlung. 

Noch wird in Wien bei Winter Artservice gebaut, geschraubt und veredelt. Ende Mai sollen die Bauteile ins Burgenland transportiert werden. Ab Mitte Juli wird aus Werkstattarbeit große Oper: Dann verwandelt sich der Steinbruch in einen Opernthriller unter freiem Himmel. 

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