Moria als Wahlkampfthema: Vor allem für Wiener Grüne heikel

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) schaffte 7.076 Vorzugsstimmen.
Die Debatte um das griechische Flüchtlingslager ist im Wien-Wahlkampf angekommen. Grünen-Chefin Hebein muss sich klug positionieren.

Das bestimmende Thema des Wahlkampfs ist – vor allem seit dem jüngsten Anstieg der Infiziertenzahlen – das Coronavirus. Aber auch die Debatte um das Flüchtlingslager in Moria könnte (mit-)entscheidend werden. Darin sind sich Polit-Experten bei einem APA-Rundruf einig.

Vor allem für die Grünen sei das Thema heikel, sagt der Politikberater Thomas Hofer: Die Frage sei, wie groß der Frust bei Grün-Wählern darüber sei, dass sich die Grünen im Bund nicht gegen die Türkisen durchsetzen können.

Meinungsforscher Peter Hajek sieht auch Chancen für die Grünen: Das Thema könne Frontfrau Birgit Hebein nützen. „Sie kann jetzt angriffiger gegen die ÖVP sein.“

SPÖ-Querschüsse

Die SPÖ muss in dem Thema derzeit Querschüsse aus der eigenen Partei (aktuell von Burgenlands SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil) hinnehmen.

Die ÖVP fahre in der Flüchtlingsfrage einen harten Kurs, um sich für die vielen enttäuschten FPÖ-Wähler interessant zu machen, sagt Hofer. Davon könnten wiederum die Neos profitieren: Sie könnten Konservative ansprechen, denen die ÖVP-Gangart zu hart ist.

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