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Chronik Wien
01/18/2019

Schwester auf Hauptbahnhof erstochen: U-Haft verhängt

Zwei Gutachten sollen Klarheit bringen. Leiche der Getöteten wird nach Spanien überstellt.

von Daniel Melcher

Nach dem Eyob E. seine Schwester am Hautpbahnhof erstochen haben soll, wurde über den 21-Jährigen am Freitag die U-Haft verhängt. Derzeit befindet sich der Verdächtige in der Justizanstalt auf einer Krankenstation, berichtet dessen Anwältin Astrid Wagner. „Wegen psychiatrischer Auffälligkeiten“, erzählt Wagner.

In der Causa soll nun ein toxikologisches Gutachten angefordert werden, das klären soll, ob E. bei der Tat unter dem Einfluss von Substanzen gestanden ist. Bei seiner Einvernahme gab der Spanier an, auf "gute Koks" zu stehen. "Wenn es gut war, habe ich einmal eine Line genommen und dann eine Woche gewartet. Ich habe auch schon mal Amphetamin probiert", gab der 21-Jährige zu Protokoll.

"Bin Gott"

Jetzt soll ein psychiatrisches Gutachten klären, in welchen Zustand sich der Verdächtige befindet. Er gibt weiterhin einen wirren Eindruck ab. Bei den Befragungen mit den Ermittlern bezeichnete sich der 21-Jährige als Gott. "Manche Leute sagen, dass ich Gott bin. Gott gab mir eine Chance", meinte der Beschuldigte. Außerdem gab er an, dass seine Schwester "die Tochter von Dämonen" war.

Die Leiche von Eyerus E. soll indes in den kommenden Tagen nach Spanien überstellt werden. Die Adoptiv-Familie wird derzeit von einem psychologischem Team betreut.

Lehre als Koch

Der gebürtige Äthiopier kam im Volksschulalter nach Spanien, wurde von einer Familie in Navarra adpotiert. Seine leibliche Schwester Eyerus kam mit 13 Jahren zu der Familie. Laut Freunden spielte Eyob in der Kindheit Fußball, hatte sich aber in den vergangenen Jahren mehr dem Trainieren im Fitnesscenter gewidmet. Er absolvierte in einer Schule in Spanien eine Lehre als Koch. Mit 18 Jahren zog es Eyob E. nach Deutschland, er jobbte in der Schweiz und in Österreich. Die vergangenen drei Tage vor der Tat wohnte der 21-Jährige in einem Notquartier in der Nähe des Hauptbahnhofes.

In der Einvernahme Mittwochabend gab der junge Mann an, sich mit seinen Schwestern via Whatsapp am Hauptbahnhof verabredet zu haben. Es kam zum Treffen und zu einem Streit. Seine Adoptivschwester habe ihm von sexuellem Missbrauch in der Familie erzählt, daraufhin sei der Koch so wütend geworden, dass er ein Küchenmesser aus seinem Rucksack holte, dann allerdings die falsche Schwester angegriffen haben soll. „Ich wollte eigentlich meine andere Schwester töten. Aber ich tötete die Schwester, die ich liebte“, sagte er zu den Ermittlern.

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