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Chronik Wien
08/30/2019

Missbrauchsverdacht bei Rapid-Fangruppe

Anhänger machten Vorwürfe publik: "Die Person wurde mit der gebotenen Härte aus dem Szeneumfeld entfernt."

von Michaela Reibenwein

Ausschluss. Einen ungewöhnlichen Schritt setzten am Freitag Rapid-Fangruppierungen. In einem „offenen Brief der aktiven Gruppen des Block West“ berichteten sie über einen Mann aus der Fanszene, der Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Die Vorfälle dürften einen Fanclub aus dem Ultras-Umfeld betreffen.

Die Fangruppen dürften nach Bekanntwerden selbst Maßnahmen ergriffen haben: „Auch wenn es sich beim Täter um einen kranken Einzeltäter handelt, soll das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Beschaffenheit einer Fanszene es dem Mann erleichtert hat, sexualisierte Gewalt auszuüben. Die Person wurde mit der gebotenen Härte aus dem Szeneumfeld entfernt.“

Man versuche nun, die Betroffenen zu unterstützen und potenzielle zukünftige Opfer zu verhindern. Auch die Fußballszene sei vor sexuellen Übergriffen nicht gefeit. Gleichzeitig wolle man mit diesem Schritt in die Öffentlichkeit bewirken, zu sensibilisieren: „Überall dort, wo sich Minderjährige aufhalten und ein starkes Machtgefälle vorherrscht, ist Wachsamkeit geboten.“

Gleichzeitig wolle man Opfer bestärken, sich professionelle Hilfe in derartigen Fällen zu holen.