Chronik | Wien
10.03.2018

Messer-Attacken: Afghane schon 2016 verurteilt

Der 23-Jährige war bereits 2016 wegen Drogenhandels verurteilt worden, bestätigte die Polizei.

Der 23-jährige Afghane, dem die beiden Messer-Attacken vom Mittwochabend in Wien-Leopoldstadt mit vier Verletzten zur Last gelegt werden, ist bereits 2016 wegen Drogenhandels verurteilt worden. Das hat die Polizei am Samstag bestätigt. Der Mann fasste damals drei Monate bedingte Haft aus.

Am Freitag hatte die Behörde bestätigt, dass der Mann sich von August bis Dezember 2017 - ebenfalls wegen Drogenhandels - in Klagenfurt in Strafhaft befunden hatte (der KURIER berichtete). Seit damals habe er sich eigenen Angaben zufolge in "szenetypischen Gegenden" aufgehalten, sagte Polizeisprecher Harald Sörös.

Der 23-Jährige hat am Mittwoch in der Praterstraße zunächst ein Ehepaar und dessen Tochter durch Messerstiche lebensbedrohende Verletzungen zugefügt und kurz danach auf dem Praterstern einen Landsmann attackiert. Den hatte der 2015 als Flüchtling nach Österreich gekommene Asylwerber für seine Drogensucht verantwortlich gemacht.

Präsident Pürstl wusste nichts von Strafhaft

Die Polizei habe weder Einfluss auf eine Haftentlassung noch auf ein Asylverfahren, erklärte Sörös nach Kritik an der Polizei, die offenbar nicht wusste, wo sich der Afghane aufhielt. Eine Haftentlassung ist Angelegenheit der Justiz, für Asylverfahren ist das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) zuständig.

Polizeipräsident Gerhard Pürstl hatte noch am Donnerstagabend - ehe die Strafhaft bekannt wurde - öffentlich erklärt, der Mann habe von 2016 bis zu seiner Festnahme nach den Messer-Attacken als U-Boot gelebt. Behördenintern räumt man eine "schiefe Optik" ein. "Der Präsident hat zu diesem Zeitpunkt nichts von der Strafhaft gewusst", sagte ein Beamter, der nicht namentlich zitiert sein will, zur APA.

Der 23-Jährige ist am Freitagabend in eine Justizanstalt überstellt worden. Im Verlauf des Wochenendes wird über Verhängung der U-Haft entschieden.