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Chronik Wien
12/08/2019

Mein Geschäft: Fette Öle für feine Haut

Isabelle Krause fertigt Körperöle und Essenzen. Deren Besonderheit: Der hohe Fettgehalt.

von Anna-Maria Bauer

Routiniert greift Isabelle Krause zu den Fläschchen mit den gelb- bis bernsteinfarbenen Ölen, gießt sie in einen Messbecher vor ihr auf dem Tisch.

Für den Dekolleté-Boost kommt zuerst Weizenkeimöl. Anschließend Nachtkerzenöl, das gereizte Haut beruhigt. Jojobaöl für die Feuchtigkeit. Weintraubenkernöl, das unter anderem Entzündungen hemmt. Zum Schluss: ätherische Öle für den Duft.

Mit den vielen Pipetten, Messgläsern und Trichtern erinnert Krauses Arbeitsplatz an ein Chemielabor. Die Wahrheit liegt gar nicht so weit entfernt: Die Wienerin hat sich mit der Produktion von natürlichen Ölen und Essenzen selbstständig gemacht.

Aber Öl für die Haut und fürs Gesicht – macht das nicht fettig? „Ganz und gar nicht“, stellt Isabelle Krause klar, „wenn es sich um das richtige Öl handelt.“ Nur Mineralöle bleiben auf der Haut stehen.

„Die meisten Menschen sind sich ja gar nicht bewusst, dass, wenn sie Cremen mit Mineralöl verwenden, sich quasi jenen Stoff auf die Haut schmieren, mit dem sie ihr Auto füttern.“

Natürliche Öle hingegen können aufgenommen werden. Aufgrund des hohen Anteils von ungesättigten Fettsäuren dringen sie tief in die Haut ein und regen zur Selbstregulierung an. Und genau damit arbeitet Krause.

Chemiestudium

Den Anfang nahm ihr Unternehmen vor 25 Jahren. Isabelle Krause war frisch im Chemiestudium – anfangs mit dem Wunsch, Chemikerin für Greenpeace zu werden, bis ihr klar wurde, dass sie nicht der Typ Mensch war, der monatelang auf einem Eisbrecher ausharren wollte.

Das Geschäft

Isabelle Krause produziert natürliche Öle und Essenzen aus Pflanzen, Blüten und Samen –  für die Körperpflege und auch als Raumdüfte.  Die Produkte werden ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. Auf Wunsch werden Maßanfertigungen kreiert. Details gibt es hier.

Weihnachtsmarkt  Aux Gazelles

Am 22. Dezember ist Isabelle Krause mit ihren Ölen und Essenzen  von 11 bis 19 Uhr am Weihnachtsmarkt von Aux Gazelles (6., Rahlgasse  5)  anzutreffen. Dort gibt es auch:  Eingemachtes aus Gols, Handarbeit aus Russland, handgewebte Schals oder Reise-Accessoires. Dazu: Orientalischer Brunch.

Irgendwann kam ihr der Wunsch nach einer Creme, die ihr Dekolleté straffen würde. Doch sie fand nichts Passendes. Und so kam ihr, die nebenbei gerade die Ausbildung zur Aromatherapie und Bachblütenberatung machte, die Idee: Wieso stellte sie die Pflege nicht einfach selbst her? Immerhin hatte sie genau dafür Wissen angesammelt und experimentiert hatte sie schon als Kind gerne.

Als ihr „Bust Regenerative Oil“ fertig war, waren ihre Freundinnen so begeistert, dass sie gleich weitere Fläschchen produzierte. Jahrelang lief ihre Leidenschaft als Hobby nebenher; sie wechselte ins Jusstudium und schloss dieses ab.

Als eine Freundin sich dann einen Liter kochendes Wasser über den Oberschenkel schüttete, erarbeitete Isabelle Krause zwei spezielle Tinkturen. Natürlich seien ihre Öle keine Medizin, das könnten sie auch gar nicht sein, betont sie – aber der Oberschenkel sei jedenfalls komplett narbenfrei verheilt.

2006 wagte sie mit „Spirit of Oil“ dann den Sprung in die Selbstständigkeit. Heute fertigt sie nicht mehr nur Öle und Essenzen, sondern etwa auch „Splashes“, Düfte auf Wasserbasis, die sowohl die Haut pflegen als auch als Raumduft verwendet werden können.

Maßanfertigungen

Gearbeitet wird in einem kleinen Labor im ersten Bezirk, einen richtigen Shop gibt es dort nicht. Ihre Produkte verkauft sie großteils online oder auf Märkten. Auf Anfrage kreiert sie auch personalisierte Pflegen – etwa bei Hautproblemen.

Mit 42 Euro für ein Gesichtsöl und 19 Euro für ein Duschbad sind Krauses Produkte nicht günstig, dafür seien sie rein pflanzlich, ohne Zusatzstoffe, ohne Synthetik, ohne Emulgatoren.

Das jüngste Mitglied in ihrer Produktfamilie ist ein „Cold Splash“, ein Körper- und Raumspray zur Desinfektion in der Grippezeit, der nicht antibakteriell, sondern, auch – das sei bei der Grippe ja wichtiger – antiviral wirke.

Wie viele Rezepte sie in den vergangenen 25 Jahren kreiert hat, könne sie nicht mehr sagen. Vieles habe sie im Laufe der Zeit auch adaptiert. Nur bei einem Rezept hat sie nie etwas geändert: Beim Dekolleté-Boost.

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