Chronik | Wien
28.06.2018

Meidling: Der neue Mittelpunkt des 12. Bezirks

© Bild: Kurier/Gerhard Deutsch

Am Meidlinger Markt ist wieder Leben eingekehrt: Die Besucher genießen Spritzer, Fisch und Süßes

Zwischen Weißem Spritzer und Melange diskutieren die Wiener Urgesteine – hier, am Meidlinger Markt, gibt es noch das berühmte Meidlinger L. Ein paar Meter weiter kauft eine Mutter ihrem Kind in einer türkischen Bäckerei Baklava: eine extrem süße levantinische Spezialität. Doch es gibt nicht nur Speisen und Getränke: Wieder ein paar Meter weiter schmökern Menschen bei einem Stand in Büchern.

Der Meidlinger Markt hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erfahren. Vormals ähnelte er wegen seiner zahlreichen geschlossenen Stände einer Geisterstadt – mittlerweile ist er wieder ein Mittelpunkt des öffentlichen Lebens im Bezirk: Hippe Kaffees, Obst- und Gemüseläden, Fleischer, Bäckereien und Restaurants reihen sich aneinander. Das Publikum besteht fast nur aus Einheimischen – Touristen bevorzugen den Naschmarkt. Daher bleibt zwischen den Ständen genügend Platz, um in Ruhe zu gustieren.

In dritter Generation

Wer gerne Fisch isst, ist bei der Familie Klima gut aufgehoben. Ein Familienbetrieb, der seit 1927 Fisch verkauft. „Wir sind der älteste Marktstand hier. Zuerst die Großmutter, dann die Mutter und jetzt ich“, erzählt Geschäftsführer Helmut Klima. Zu Mittag gibt es gebackenen Kabeljau mit Salat.

Auch für Liebhaber von Süßspeisen ist Rettung nahe: Das Lokal Hüftgold ist nur einen Steinwurf entfernt. Die wahrscheinlich kleinste Konditorei Wiens, wie es auf der Internetseite heißt: Ob Streuselkuchen, Brownie oder Nussecke – alle Süßspeisen werden direkt in dem winzigen Lokal zubereitet. Serviert wird auf altem Porzellan, als hätte Oma zur Nachmittagsjause geladen.

Von Benjamin Enajat