Markus Rumelhart: Auch im Rückzug ein Vorbild

Ein lächelnder Mann mit Bart und Nelke am Revers seines Sakkos.
Der Bezirksvorsteher Mariahilf legt wegen eines Burn-Outs sein Amt nieder - und geht offen damit um.
Christoph Schwarz

Christoph Schwarz

Dass Politiker zum Vorbild taugen, ist selten geworden. Markus Rumelhart bildet eine Ausnahme. Mehr als ein Jahrzehnt lang werkte er als Bezirksvorsteher von Mariahilf; die Fußstapfen seiner kultigen Vorgängerin Renate Kaufmann waren groß, aber nicht zu groß. 

Der heute 50-Jährige lenkte den 6. Bezirk mit Bedacht, er schloss Allianzen zu anderen Bezirken und Parteien – hin zum grünen Neubau oder in der „Mark(c)us-Gruppe“, in der sich die Namensbrüder unter den Bezirkschefs trafen.

Aber um all das soll es heute nicht gehen. Markus Rumelhart ist ein Vorbild, weil er immer wieder bewiesen hat, dass man zu sich selbst stehen kann und darf; dass man sich nicht verstecken muss, auch wenn es vielleicht einfacher scheint. 

Einst war er der erste offen homosexuell lebende Bezirkschef. Und nun legt er sein Amt zurück, weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt. Rumelhart hat lange für die Anliegen des Bezirks gebrannt – jetzt ist er im Burn-out. Dass er so offen darüber spricht, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke

Er vertraue der unmissverständlichen Diagnose seiner Ärzte, sagt er. Auch das eine wichtige Botschaft in Zeiten der Selbstüberschätzung. Ihm wünschen wir gute Genesung – und uns allen, dass sein Vorbild Schule macht.

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