Eklat an katholischer Privatschule: Schüler stellten Halter und Sklaven dar
Im Marianum in Währing hat sich der Rassismus-Eklat zugetragen.
„Als Lasallianerinnen lenken wir unseren Blick kritisch auf soziale Ungerechtigkeiten“, ist eine der fünf Grundprinzipien des Schulvereins De La Salle, „ein fundamentales Merkmal einer lasallianischen Gemeinschaft ist der Respekt vor jedem Menschen als einzigartigem Individuum“, ein anderes.
Am Faschingsdienstag wurden diese Prinzipien im Marianum, einem Oberstufenrealgymnasium des Schulvereins De La Salle in Währing, mit Füßen getreten.
Dem KURIER liegt ein Video vor, in dem zwei (weiße) Burschen aus der achten Klasse einen weißen Sklavenhalter und seinen schwarzen Sklaven darstellen, das Gesicht des „Sklaven“ ist schwarz angemalt, er trägt eine Perücke und wird an der Leine geführt.
Am Video ist zu sehen, wie die Klasse lacht, sogar die Klassenlehrerin lacht und macht auch Fotos von der Szene. Aber es haben nicht alle in der Schule die Verkleidung zum Lachen gefunden.
„War ein großer Fehler“
Im Gegenteil. Eine Gruppe von Schülerinnen, ein Teil davon selbst dunkelhäutig, hat sich mit einer Beschwerde an die Direktorin der Schule gewendet. Dabei habe die Lehrerin die Aktion der Schüler noch verteidigt heißt es.
Marie-Antoinette Call-Breitenecker, die Direktorin der Schule, ist noch Tage danach aufgebracht. "Ich habe mir die zwei sofort geholt und war sprachlos", erinnert sie sich an den Faschingsdienstag, "Ich war furchtbar wütend."
Deshalb habe sie die Burschen sofort zum Abschminken geschickt und ihnen klar gemacht, dass solche Aktionen mit der Haltung der Schule nicht in Einklang stehen würden.
Mittlerweile gibt es eine Entschuldigung der beiden Schüler, die sich „für unsere unüberlegte Dummheit“ entschuldigen - das habe die Direktorin von den beiden eingefordert. Sie betonen darin auch, dass eine rassistische Handlung keinesfalls ihre Intention gewesen sei: „Oft merkt man die Konsequenzen einer Handlung erst, wenn es zu spät ist.“
"Diese Haltung hat bei uns keinen Platz"
Um zu zeigen, dass es ihnen wirklich leid tue und die Aktion „ein großer Fehler war, haben wir vor, einen Workshop über Rassismus zu organisieren“, geben sich die beiden zerknirscht. Seitens des Schulvereins betont eine Sprecherin: „Diese Haltung hat in unserer Schule keinen Platz.“
Deshalb gibt es für die beiden Burschen eine Verwarnung durch die Direktion: "Beim nächsten Vorfall fliegen sie von der Schule." Dabei seien die beiden bislang nicht aufgefallen, versichert die Direktorin.
Für Freitag sei ein Gespräch mit den Eltern der beiden Schüler geplant gewesen, dieses findet wegen des Wintereinbruchs nun am Montag statt, auch der Schulpsychologe wurde eingeschaltet.
Bildungsdirektion informiert
Die Lehrerin, die im Video zu sehen ist, ist seit Mittwoch im Krankenstand. „Der Vorfall wurde an die Bildungsdirektion gemeldet“, sagt die Sprecherin des Schulvereins, mit ihr werde es jedenfalls ein klärendes Gespräch geben. Nicht nur das. Denn abgesehen von den "akuten und nachhaltigen Maßnahmen gegenüber den Schülern prüft die Bildungsdirektion in enger Abstimmung mit der Schulleitung das Verhalten der anwesenden Lehrperson.
Und in dieser Frage lässt die Direktorin durchklingen, dass schon länger geplant gewesen sei, dass die betreffende Kollegin im kommenden Schuljahr nicht mehr an dieser Schule unterrichten werde.
Seitens des Schulvereins heißt es jedenfalls: „Wir werden dem Thema an der Schule ein größeres Augenmerk schenken.“
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