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Chronik | Wien
01/10/2019

Liesing wünscht sich Teilzeitparkpickerl

Bischof (SPÖ) kann sich Pickerl von 9 bis 14 Uhr vorstellen. Stadt lässt diese Variante prüfen.

Fünf von 23. So viele Bezirke sind in Wien nur mehr ohne Parkpickerl. Ab Juli werden es nur mehr vier sein - dann tritt auch die kostenpflichtige Parkraumbewirtschaftung in Döbling in Kraft.

Der Platz für Autopendlerinnen und -pendler wird damit immer kleiner.

Im Flächenbezirk Liesing bereitet die Pendlersituation Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) mittlerweile Kopfzerbrechen. Wie der ORF berichtet, denkt der Bezirkschef über eine Teilzeit-Lösung nach. Einem flächendeckenden, ganztägigem Pickerl steht er weiterhin kritisch gegenüber, aber eine kürzere Regelung kann er sich vorstellen: „Beispielsweise von 9 bis 14 Uhr, um die Pendler draußen zuhalten, aber den Anrainerinnen und Anrainern die Möglichkeit zu geben, am Nachmittag unbegrenzt parken zu können“, sagt er.

Denn täglich würden aus dem Raum Mödling 170.000 Pendler in die Stadt kommen. Das merke man vor allem an den S- und U-Bahnstationen.

Untersuchung zur aktuellen Situation

Wie realisitisch ist ein Halbtagespickerl? In Döbling hat diese Variante von der Stadt eine Abfuhr erteilt bekommen. Dort kommt nun eine Ganztagesvariante.

Aus dem Büro der zuständigen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) heißt es: "Es ist sehr erfreulich, dass Bezirksvorsteher Bischof über die Lösung des Parkproblems in Liesing nachdenkt."

Die Stadt werde nun eine  Untersuchung der aktuellen Parkraumsituation im Bezirk - besonders in den Teilen Liesing, Atzgersdorf und dem Gebiet entlang der U6 - durchführen. Konkret sollen im Rahmen der Untersuchung die Fragen geklärt werden, ob Verdrängungseffekte anderer Bezirke zu verzeichnen bzw. zu erwarten sind und wer die Parkplätze im Bezirk derzeit nützt.

Die Untersuchung wird 2019 durchgeführt, eine Diskussion der Ergebnisse kann dann nach Vorliegen der Ergebnisse erfolgen.

Umsteigen in Niederösterreich

Ziel für Bischof wäre es, dass die Pendler bereits vor der Stadtgrenze auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Dazu bräuchte es Änderungen der Tarife wie auch der Frequenzen des öffentlichen Verkehrs.