Vorschlag von Vassilakou sorgt für heftige Debatten

Künftig sollen Garagenplätze fix in Wohnungsmieten integriert werden - dafür hagelt es Kritik.
Eine Frau lächelt, während sie auf einem gelben Rutschauto auf einer belebten Straße sitzt.

Künftig sollen Garagenplätze fix in Wohnungsmieten integriert werden. Das kann sich zumindest Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) vorstellen. Damit würde für Mieter der Anreiz wegfallen, ihr Auto auf der Straße stehen zu lassen (der KURIER berichtete). Der Hintergrund: Während entlang der Straßen mitunter massive Parkplatz-Not herrscht, sind gleichzeitig Zigtausende Garagen-Stellplätze unbenutzt.

Der Vorschlag Vassilakous sorgt für heftige Diskussionen: "Er würde das Wohnen klar verteuern", warnt man beim ÖAMTC. Sinnvoller wäre es, einen Großteil der Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung für den Bau leistbarer Garagen- und P&R-Stellplätze zu verwenden.

"Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass bei gemeinnützigen Wohnbauträgern der Parkplatz in den Mietverträgen inkludiert wird", sagt indes ÖVP-Wohnbausprecher Norbert Walter. "Dies war schließlich bis vor wenigen Jahren üblich, bis die rote Stadtregierung diese gängige Praxis ausgesetzt hat."

TU-Verkehrsexperte Harald Frey hatte vorgeschlagen, das Parkpickerl schrittweise zu verteuern, bis das Parken so teuer wie in der Garage ist. FPÖ und ÖVP kritisieren diesen Vorschlag scharf. Er würde nur eine weitere Abzocke der Autofahrer bedeuten, heißt es unisono.

Auch die Wiener Wirtschaftskammer meldet sich in der Debatte zu Wort. Sie fordert laut ORF ein Ende der Stellplatzpflicht in Neubauten. Stattdessen sollte man stärker auf die Gegebenheiten des jeweiligen Marktes Rücksicht nehmen. "Ich weiß genau, wo ich eine Garage bauen muss, weil ich ohne die Garage die Wohnungen nicht vermieten oder verkaufen kann", sagt Hans Jörg Ulreich, Sprecher der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder.

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