Chronik | Wien
21.06.2018

Krankenhaus Nord: Zeitplan soll jetzt halten

Der neue Gesundheitsstadtrat Peter Hacker verspricht Vollbetrieb im September 2019

Jahrelang musste der Eröffnungstermin des Krankenhauses Nord nach hinten verschoben werden. Damit soll jetzt Schluss sein: „Es ist mein politisches Versprechen: Das Krankenhaus ist im September 2019 in Vollbetrieb“, sagt nun der neue Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Nach seinem Amtsantritt Ende Mai hatte er, wie berichtet, dem Management des Krankenanstaltenverbunds ( KAV) den Auftrag erteilt, innerhalb von drei Wochen den Kosten- und Zeitplan auf der krisengeschüttelten Baustelle durchzurechnen und zu analysieren. Der entsprechende Bericht liegt nun vor. Er weist keine weiteren Verzögerungen und Mehrkosten im Vergleich zur letzten Prognose im vergangenen Dezember auf.

An diese Zahlen müssen sich die Verantwortlichen nun aber auch halten: „Das Management hat die klare Vorgabe, die Kosten in der Höhe von 1,34 Milliarden Euro nicht zu überschreiten“, stellt Hacker klar. Für jeden Cent, der über dieser Zielvorgabe liege, verlangt der Stadtrat eine plausible Begründung. „Sonst wird eine Überschreitung von mir nicht akzeptiert“, droht er mit Konsequenzen für die KAV-Führungsriege. Der Ressortchef hält es aber für durchaus möglich, das diese Vorgabe sogar noch unterschritten wird.

Hacker bringt aber auch eine zweite Zahl ins Spiel, die er als „politischen Kostenrahmen“ bezeichnet: Jene 1,41 Milliarden Euro, die sich aus dem Bericht des Rechnungshofs ergeben. „Diese Maximalvariante spielt aber nur für die Budgetplanung zwischen mir und dem Finanzstadtrat eine Rolle“, sagt Hacker.

Laut Stadtrat wurden bisher Leistungen im Ausmaß von 919 Millionen Euro abgerechnet, weitere Aufträge mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro seien im Laufen.

Fahrplan

Der weitere Fahrplan sieht folgendermaßen aus: Bis kommenden September muss ein detaillierter Übersiedlungsplan vorgelegt werden. Die erste von drei Schulungsphasen für das Personal sei bereits abgeschlossen, sagt die stv. KAV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb. Im Dezember soll die Baufertigstellungsanzeige erfolgen, im März 2019 die Simulation des Vollbetriebs. Für Juni ist dann die Versorgung der ersten Patienten geplant, bis schließlich im September der Vollbetrieb erreicht ist.

Das nötige Personal sollte rechtzeitig zur Verfügung stehen, versichert Kölldorfer-Leitgeb. „Von den 400 vorgesehenen Ärzten sind bereits 330 vorhanden sowie 85 Prozent der 900 Pflege-Mitarbeiter.“

Aufarbeitung

Bei Baubeginn 2012 war man noch von einem Vollbetrieb ab 2016 und Gesamtkosten von 825 Millionen Euro ausgegangen. Aufgrund massiver Mängel in der Projektabwicklung konnte dieser Zielwert bei Weitem nicht eingehalten werden, wie zuletzt der Rechnungshof kritisiert hatte. Aktuell beschäftigt sich eine U-Kommission mit der politischen Aufarbeitung des Desasters. Nach deren Konstituierung wird am 3. Juli die erste Arbeitssitzung stattfinden.