Chronik | Wien
04.04.2018

KH Nord: Suspendierungen nach Energetik-Affäre beantragt

Nach interner Revision zum 95.000-Euro-Auftrag ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Nach der Energetik-Affäre im Krankenhaus Nord zieht der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) personelle Konsequenzen. Das ist das erste Teilergebnis der internen Revision, die nach der Vergabe eines 95.000-Euro-Auftrags an einen selbsternannten "Bewusstseinsforscher" eingeleitet wurde. Der Esoteriker hätte wie berichtet das Spitalsareal energetisch optimieren sollen. Gegen die zuständige Programmleiterin sowie deren Stellvertreter, die das Esoterik-Projekt abgesegnet haben, werde es einen Antrag auf eine vorläufige Suspendierung geben, wie ein KAV-Sprecher am Mittwoch gegenüber dem KURIER bestätigt. Weiters soll gegen sie ein Disziplinarverfahren beantragt  werden.

"Der Antrag auf vorläufige Suspendierung gründet sich darauf, dass der Verdacht auf vorliegende Dienstpflichtverletzungen nahe liegt", heißt es seitens des KAV. "Das Disziplinarverfahren wird in weiterer Folge von einer unabhängigen Disziplinarkommission durchgeführt. Ob und an wem sich der KAV schadlos halten wird, kann erst nach Abschluss der Verfahren beurteilt werden." Vorwürfe der Korruption, die medial angedeutet wurden, hätten sich aus heutiger Sicht nicht bestätigt, betont der Sprecher.

Zudem wird der Beratervertrag mit der ehemaligen interimistischen Ärztlichen Direktorin Sylvia Schwarz endgültig gekündigt. Ihr wurde zuletzt vorgeworfen, die umstrittene Maßnahme initiiert zu haben. Schwarz war - nachdem vor drei Wochen die Vorwürfe gegen sie bekannt wurden - als Präsidentin des Obersten Sanitätsrats zurückgetreten. 

"Das Team des Krankenhaus wird derzeit nun vom zweiten stellvertretenden Programmleiter geführt, die Arbeiten mit dem Schwerpunkt der technischen Inbetriebnahme gehen weiter wie bisher", sagt der Sprecher. "Das Programmteam wird umgehend mit einer weiteren Person verstärkt". Zu der Energetik-Causa würden weitere Befragungen und Recherchen stattfinden. "Sollten weitere Dienstpflichtverletzungen vorliegen, werden - wie schon jetzt - bereits während der Prüfung Schritte gesetzt."

Die Causa beschäftigt mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft: "Im Zusammenhang mit dem Sachverhalt wurden Ermittlungen eingeleitet", sagt eine Sprecherin. Nähre Details dazu kann sie allerdings nicht angeben.