Am Karlsplatz wurde aufgerüstet: Kirche und Pavillons werden saniert

Karlskirche Februar 2026
Der zweite Turm der Karlskirche wurde eingerüstet, auch die Otto-Wagner-Pavillons werden renoviert.

Wie sich die Renovierung eines historischen Bauwerks darstellt, ist an der Karlskirche in Wieden deutlich zu sehen. Das strahlende Weiß der westlichen Triumphsäule hebt sich vom Grau des Wiener Himmels ebenso deutlich ab wie von der angegrauten Fassade des restlichen Teils der nach den Plänen des Architekten Johann Fischer von Erlach 1729 fertiggestellten.

Das Gerüst um den Ostturm wurde zu dessen Renovierung bereits aufgestellt, die eigentlichen Arbeiten sollen im März beginnen. Die Kosten werden wie schon bei der ersten Säule auf 1,8 bis 2 Millionen Euro geschätzt. 

Innenraum wird gereinigt, Außenfassade offen

Dauern werden die Arbeiten wieder rund ein Jahr, wobei man laut Restaurateurin Manuela Fritz nicht genau wisse, ob die östliche Säule in einem besseren oder schlechteren Zustand ist, hieß es zuletzt.

Ebenfalls für 2026 in der Karlskirche geplant: eine Reinigung und Konservierung des gesamten Innenraums. Durchgeführt wird diese partiell und bei laufendem Betrieb. Das ganz große Projekt, von dem man träumt: die Sanierung der Außenfassade in strahlendem Weiß. Konkrete Pläne gibt es dafür aber noch nicht.

Einzigartige Bauten

Ebenfalls eingerüstet sind die beiden Pavillons von Otto Wagner auf dem Karlsplatz. Laut dem Wien Museum zählen diese „zu den bekanntesten Bauten der Wiener Moderne und sind architektonisch einzigartig“.

Otto Wagner Pavillon Februar 2026

Die Wiener Linien unterziehen nun diese beiden Pavillons außen einer fachgerechten Renovierung, wie das regelmäßig bei den Stationen der Wiener Linien passiert. 

Enge Abstimmung mit Bundesdenkmalamt

In diesem Fall erfolgt das in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und durch Betriebe, die die denkmalschutzkonforme Renovierung gewährleisten können. Jedenfalls sei die Sanierung der besonderen Haltestellen eine sehr komplexe Sache, heißt es seitens der Wiener Linien, die sehr ernst genommen werde.

Karlsplatz

Im westlichen Pavillon ist derzeit Winterpause. Dort zeigt das Wienmuseum eine Dokumentation zu Leben und Werk Otto Wagners, die seine Bedeutung für die Entwicklung Wiens zur modernen Metropole und die Architektur des 20. Jahrhunderts verständlich macht. 

Die Ausstellung macht von 1. Oktober bis 1. Mai Winterpause. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Wiener Linien und hoffen, dass die Arbeiten abgeschlossen sind, wenn wir unser Museum am 2. Mai wieder öffnen“, heißt es seitens des Wien Museums.

In einer Baustelle, aber dennoch geöffnet, ist das Karl & Otto Café im gegenüberliegenden Pavillon.

Verkehrsgeschichte der Stadt

Die Errichtung der Wiener Stadtbahn um 1900 habe einen Meilenstein in der Verkehrsgeschichte der Stadt dargestellt. Als Gestalter sei es Otto Wagner gelungen, funktionale Aspekte mit künstlerischen zu verbinden und dem öffentlichen Verkehrsnetz so einen unverwechselbaren Charakter zu geben, heißt es seitens des Wienmuseums.

Otto Wagner Pavillon

Laut Wien-Wiki habe Wagner zwei identisch gestaltete Portalgebäude konzipiert, seine Gestaltung wäre revolutionär: „Die vielen dekorativen Details machen die Station zu einem Musterbeispiel des Wiener Jugendstils. Metall und Holz wurden in Apfelgrün gestrichen, der Signalfarbe der Stadtbahn. Hinzu kam Gold und weißer Marmor an der Außenseite.“

Anlässlich der Planung des neuen U-Bahn-Knotens Karlsplatz drohte in den späten 1960er-Jahren der Abriss der Pavillons. Dabei sei es zu Protesten gekommen, die Stationsgebäude wurden schließlich demontiert und 1977 wieder aufgestellt, jedoch 1,5 Meter über dem alten Platzniveau.

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