"imGrätzl": Wo man findet, was man sucht
Wer suchet, der findet – also im Idealfall. Aber was passiert, wenn man nach etwas ganz Konkretem Ausschau hält und keinen Schimmer hat, wo man es am besten finden kann? Sagen wir, wenn die Wohnung zu klein ist, wo findet man dann einen Ort für eine wilde Kindergeburtstagsfeier? Wo würden Sie, wären Sie Hobbymusiker:in, eine Band finden wollen? Und vielleicht gleich noch den passenden Proberaum obendrauf?
Eine Suche, die mich umtrieb, war ebenfalls als eher nischig einzuordnen. Ich wollte in einen Poesie-Lesezirkel eintreten oder sogar selbst einen gründen. Also Treffen mit Gleichgesinnten, um lyrische Texte zu lesen und über Sprachkunst zu sinnieren. Welch traumhafte, poetische Vorstellung! Zuerst war ich natürlich ratlos, wie Sie sich sicher vorstellen können und sogar kurz davor, beim Spar an der Ecke einen Zettel mit meinem Gesuch aufzuhängen. So ein Blatt mit eingeschnittenen Enden, auf denen meine Telefonnummer steht: "Wählen Sie diese Nummer für Poesie!"
Es bleibt im Grätzl
Mein erster Impuls, nämlich die Suche in der Nachbarschaft zu beginnen, war aber wohl gar nicht so falsch. Eine Freundin gab mir dann den wertvollen Tipp, mich "imGrätzl" umzuschauen. Sie selbst hatte so einen Platz in einem Gemeinschaftsatelier gefunden. "imGrätzl" ist eine gemeinwohlorientierte, digitale Plattform zur Unterstützung von Kleinstunternehmen, Vereinen und lokalen Initiativen in Wien.
Auf imgraetzl.at lässt sich der eigene Bezirk auswählen, das Grätzl eingrenzen, et voilà… Es eröffnen sich eine Fülle an Angeboten und Gesuchen aus der Nachbarschaft. So kommt man vielleicht auch zum Yogakurs, der im Haus nebenan stattfindet oder kriegt mit, welche Initiativen in der Gegend aktiv sind. Auch cool: Via "imGrätzl" wurden bereits über 600.000 Euro in Crowdfunding-Kampagnen für lokale Projekte generiert. Sogar ich habe "imGrätzl" das gefunden, wonach ich gesucht habe. Wer hätte das gedacht?
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