Chronik | Wien
05.04.2018

Häupl: Frauenberger hatte inhaltliche Rückendeckung

SP-Parteisekretärin Novak: Details zu Nachfolge erst am 14. Mai. Grüne Kritik an Boulevardmedien.

Der scheidende Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) wollte am Donnerstag den am Vortag angekündigten Rückzug von Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) nicht sehr ausführlich analysieren. Es handle sich um eine persönliche Entscheidung. "Ich kann nur jedem eindringlich raten, sich eines Kommentars aus Respekt vor dieser persönlichen Entscheidung zu enthalten", sagte er.

Die These, dass Frauenberger mit ihrem freiwilligen Abtritt nur einer sowieso schon fixen Ablöse nach dem Amtsantritt von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zuvorgekommen sei, wollte der Noch-Stadtchef nicht teilen: "Sandra Frauenberger hat eine persönliche Entscheidung getroffen." Wer das Gesundheits- und Sozialressort übernehmen könnte, darüber wollte Häupl freilich auch nicht spekulieren. "Ich bin nicht mehr zuständig und werde meinen Nachfolger auch nichts dreinreden", betonte er gegenüber Journalisten am Rande der Eröffnung des Steiermark-Frühlings am Rathausplatz.

 

Die neue SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak bekräftigte im Gespräch mit der APA, dass Frauenbergers Entscheidung "zu 100 Prozent" zu respektieren sei. Ein freundschaftliches Verhältnis bestehe nach wie vor, versicherte sie. Das zeige sich daran, dass die Stadträtin noch bis zum 24. Mai - also dem Tag der Angelobung Ludwigs - im Amt bleibe. Über die Nachfolge Frauenbergers würden die SPÖ-Gremien am 14. Mai entscheiden. Erst dann werde verkündet, wer das Gesundheitsressort übernehme: "Und keinen Tag früher."

Grüne Kritik an Bouelvardmedien

Für den grünen Koalitionspartner hat der anstehende Rücktritt Frauenbergers jedenfalls einen "schalen Beigeschmack", wobei Gesundheitssprecherin Birgit Meinhard-Schiebel per Aussendung auch Kritik an der Berichterstattung übte. Denn mit "massiven, persönlichen Angriffen von einzelnen JournalistInnen in Boulevardmedien" sei eine Grenze überschritten worden. Nichtsdestotrotz stehe außer Frage, dass es rund um das Krankenhaus Nord zu großen Versäumnissen gekommen sei, die - nicht zuletzt in der von Rot-Grün beschlossenen Untersuchungskommission - aufgeklärt werden müssten.