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Chronik Wien
03/29/2019

Habibi & Hawara eröffnet zweites Lokal im Nordbahnviertel

Flüchtlinge und Migranten sollen Unternehmer werden. Im Stadtentwicklungsgebiet entstehen drei neue Hochhäuser.

von Julia Schrenk

Wer zu Habibi & Hawara in der Wipplingerstraße (1. Bezirk) essen gehen will, muss das mittlerweile längerfristig geplant haben. Spontan einen Tisch zu bekommen, ist so gut wie unmöglich.

Ab September gibt es nun zumindest deutlich mehr Plätze, um die sich die Gäste raufen können. Da eröffnet Habibi & Hawara eine zweite Filiale im Nordbahnviertel (2. Bezirk).

Das Lokal an der Ecke Bruno-Marek-Allee/Am Tabor soll als Pilotbetrieb für das künftige Franchise-System (selbstständige Unternehmer in einem bestehenden Geschäftsmodelles, Anm.) dienen. 120 Plätze wird es in dem 150 großen Restaurant geben, 60 davon auf einer Terrasse.

Integration

Das Restaurant, das auch Caterings macht, ist ein sogenanntes Social Business (siehe Zusatztext unten). Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund werden als Mitarbeiter angestellt, sie erhalten eine Ausbildung und sollen im besten Fall später selbst als Unternehmer durchstarten können.

Das Spannende am neuen Habibi: Die Mitarbeiter sind dort Mitgesellschafter. Künftig will das Restaurant nämlich sein Geschäftsmodell auf Systemgastronomie und Franchise ummodeln. Franchisenehmer sollen die Mitarbeiterinnen von Habibi & Hawara werden – mit besonderem Fokus auf Frauen (auch externe Bewerbungen sollen möglich sein).

„Mitarbeiter werden zu Unternehmern ausgebildet, um selbst Arbeitsplätze zu schaffen, ohne dabei die unternehmerischen Risiken von Anfang an zu 100 Prozent tragen zu müssen“, sagt Martin Rohla, Mastermind und Geschäftsführender Gesellschafter des Lokals.

Im Restaurant wird es Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Snacks geben – serviert vor Ort oder zum Mitnehmen. Und: Ab Juni wird es von Habibi & Hawara hergestellte Produkte – zum Beispiel frische Salate und Dips – auch bei Billa und Merkur zu kaufen geben.

Neues Viertel

Der Standort des neuen Lokals – das Nordbahnviertel – ist übrigens eines der größten Stadtentwicklungsgebiete in Wien. Bis 2025 werden auf dem 32 Hektar großen Gebiet Wohnungen für 20.000 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze geschaffen werden.

Seit gestern, Donnerstag, stehen die Wettbewerbssieger für drei weitere Hochhausprojekte rund um die als „freie Mitte“ bezeichnete Grünfläche am Nordbahnhof fest: Ein 80 Meter-Wohnhochhaus mit 230 Wohnungen (Synn Architekten) entsteht an der Nordbahnstraße, zwei Wohnhäuser an der Ecke Taborstraße/Leystraße (Franz & Sue sowie Ganahl Ifsits und AKF Architekten).

Der Baubeginn für die drei Projekte ist für 2020/2021 geplant, die Bauzeit beträgt bis zu drei Jahre.

Habibi & Hawara: Ein soziales Unternehmen

2016 gründete Martin Rohla (Unternehmer, Bio-Bauer, Mit-Erfinder der St. Charles Apotheke und seit Kurzem auch Investor in der Puls4-Show „2 Minuten, 2 Millionen“) das österreichisch-orientalische Restaurant Habibi & Hawara in der Wipplingerstraße 29 in Wien. Ziel ist die Ausbildung und Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Die zweite Filiale am Nordbahnhof wird im September eröffnet.

Ab Mittwoch, 3. April, 12.30 Uhr, kann ins neue Habibi & Hawara auf www.greenrocket.com/habibi investiert werden. Ab 250 Euro.