Die grauen Tage enden nicht: Wo bist du, mein Sonnenlicht?
Dass es jetzt schon so lange grau und bewölkt ist, kann eigentlich nur mit höheren Mächten zu tun haben, oder? Die Feuerpferde des griechischen Sonnengotts Helios müssen lahmen. Oder es ist Ra, der laut ägyptischer Mythologie immer noch in der Unterwelt feststeckt. Vielleicht war es aber auch Zeus, der zwar den Blitz zu Hause gelassen hat, aber den Nebel brachte? Eine durchaus nachvollziehbare Erklärung liefert meiner Meinung nach die japanische Mythologie. Demnach ist die Sonne verschwunden, weil sich Amaterasu, die Sonnengöttin des Shinto, nach einem Streit in eine Höhle zurückzog und das Licht gleich mitnahm.
Ganz ehrlich, wer fühlt das nicht? In all diesen Erzählungen ist ein eindeutiger Zusammenhang erkennbar: die schlechte Stimmung der Gottheiten. So ähnlich fühlt es sich ja auch gerade in Wien an. Die Wienerinnen und Wiener, die selbst im Winter ziemlich sonnenverwöhnt sind, haben natürlich gar keine Lust auf das Grau-in-Grau. Da hilft nicht mal mehr ein warmer Gaugau (Kakao, Anm. d. Red.).
Susi-Sonne, zeig dich!
Das Kettenkarussell im Prater ist schon zu lange in Nebelschwaden verschwunden und die täglich einfahrende Bim ist nur noch als diffuses rotes Licht erkennbar. Der Jänner war auch wirklich ewig lang – der Februar ist am Papier zwar ganz kurz, aber alles andere als kurzweilig. Kurz: die Hoffnung auf bessere Zeiten ist im Nebel verschwunden. Die Stimmung ist im Keller, die Mundwinkel zeigen sowieso nach unten und man kann nur hoffen, dass ein Faschingskrapfen diese wieder anhebt. Oder eben die Susi, unsere alte Freundin. Selbst ein kurzer Besuch von ihr würde unser Herz erwärmen, das Vitamin D in die Adern pumpen und den nötigen Auftrieb geben, diesen Winter doch noch durchzudrücken. Laut Berichten kommt die Sonne heute wieder, oder auch morgen. Wichtig ist, die Hoffnung nicht zu verlieren – darauf, dass sich die Göttin Amaterasu nur schnell wieder versöhnt. Ein Krapfen könnte dabei helfen.
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