Nach Gold-Raub in Wien: Verdächtigen gelang spektakuläre Flucht
Polizei sucht diesen Mann.
Es klingt wie aus einem Krimi – ist aber ein altbekannter Trick der organisierten Kriminalität: Beim sogenannten „Rip-Deal“ geben sich Täter als wohlhabende Geschäftsleute aus, locken ihre Opfer in lukrative Deals und schlagen dann im entscheidenden Moment zu. Statt echtem Geld gibt es plötzlich Falschgeld – oder die Ware ist verschwunden. Zurück bleiben geschockte Opfer und ein riesiger finanzieller Schaden.
Genau so ein Fall hat sich Anfang November 2025 zwischen Wien und Mailand abgespielt – mit einer besonders dreisten Masche.
Millionen-Deal wird zur Falle
Vier Tatverdächtige täuschten ein österreichisches Brüderpaar und gaben sich als internationale Investoren aus. Der Plan: der Ankauf von drei Kilogramm Gold im Wert von über 300.000 Euro. Die Übergabe wirkte perfekt organisiert – fast schon zu perfekt: Während in einem Hotel in der Wiener Innenstadt 15 Goldbarren den Besitzer wechselten, lief parallel in Mailand die angebliche Geldübergabe. Doch kurz vor dem finalen Handschlag wurde echtes Bargeld unbemerkt durch Falschgeld ersetzt.
- Seit dem Jahr 2020 gibt es die „Rip-Deal Unit Vienna“ der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamts Wien.
- Die Sonderermittlungsgruppe weist bei ihren Fällen eine Aufklärungsquote von 80 Prozent auf.
- In den vergangenen sechs Jahren hat die „Rip-Deal Unit Vienna“ in Österreich in über 113 Fällen ermittelt und gemeinsam mit ausländischen Dienststellen über 147 Fälle geklärt und rund 205 Täter ausgeforscht.
Schnelle Spur – und dann die überraschende Wende
Die Spezialeinheit „Rip-Deal Unit Vienna“ des Landeskriminalamts Wien nahm sofort Ermittlungen auf – mit Erfolg. Innerhalb von zwei Monaten konnten drei der vier Verdächtigen identifiziert werden. Am 12. Jänner 2026 klickten schließlich nahe Turin die Handschellen: Zwei Brüder, 29 und 32 Jahre alt, wurden festgenommen.
Doch damit war der Fall noch lange nicht geklärt.
Polizei sucht auch diesen Mann.
Flucht aus dem Hausarrest
Nach ihrer Festnahme wurden die beiden Männer von den italienischen Behörden in einen Hausarrest entlassen – allerdings ohne elektronische Überwachung. Während sie noch gegen ihre Auslieferung nach Österreich kämpften, bestätigte ein italienisches Höchstgericht schließlich doch die Überstellung.
Als die Polizei erneut zugreifen wollte, kam es zur spektakulären Flucht: Die beiden Brüder entkamen – und sind seither untergetaucht.
Fahndung läuft auf Hochtouren
Der Aufenthaltsort von Luca und Giacomo Dragutinovic ist derzeit unbekannt. Die Polizei hat eine internationale Fahndung eingeleitet und bittet nun auch die Öffentlichkeit um Hinweise.
Diese werden – auch anonym – vom Landeskriminalamt Wien entgegengenommen.
Porträtaufnahme eines der zur Fahndung ausgeschriebenen Brüder Dragutinovic, die nach dem Goldraub in Wien aus dem Hausarrest geflohen sind.
- Reisen Sie für den Verkauf eigener – vor allem luxuriöser - Habseligkeiten nicht ins Ausland bzw. lassen Sie sich nicht ins Ausland locken.
- Seien Sie achtsam und werden sie misstrauisch, wenn der potentielle Käufer keine Anstalten macht über den Kaufpreis verhandeln zu wollen.
- Stellen Sie Nachforschungen über ihre Geschäftspartner an und lassen sie sich Referenzen der Käufer vorweisen – gerade bei Verkäufen von Luxusgütern.
- Erstatten Sie nach einem mutmaßlichen Rip-Deal jedenfalls auch im In-land Anzeige und nicht nur im Ausland.
- Wenden Sie sich bei Misstrauen an die nächste Polizeidienststelle oder sehen sie vom anstehenden Geschäft ab.
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