Geschlossene WG für Täter in Wien unter 14 Jahren verzögert sich

Der Auftakt wird auf Mai geschoben, das Konzept befinde sich laut Stadt in der "Endphase der Ausarbeitung."
Drei Jugendliche sitzen auf einer Bank in einem Wiener Park.

In einem Haus „am Rande Wiens“ werden künftig Burschen unter 14 Jahren untergebracht, von denen ein sehr hohes Gefährdungspotenzial ausgeht. 

Der Auftakt sei spätestens für Anfang April geplant, hatte es im Jänner geheißen. Nun dürfte sich das Projekt aber nach hinten verschieben. „Derzeit befindet sich das Konzept in der Endphase der Ausarbeitung und wird im Mitte April präsentiert, um dann spätestens im Mai in Betrieb zu gehen“, heißt es aus dem Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos)

Vorbereitungen am Standort

Am Standort laufen derzeit noch die Adaptierungen und Vorbereitungen. Wo genau die Burschen untergebracht werden, kommuniziert die Stadt Wien noch nicht. Genauso wenig, wie hoch die Kosten für das Projekt sein werden. „Weitere Details werden bei der Präsentation Mitte April bekannt gegeben“, heißt es.

Bis zu sechs Wochen sollen strafunmündige Jugendliche bei hoher Selbst- und Fremdgefährdung in der WG angehalten werden können. Geht es nach der Stadt Wien, soll das Heimaufenthalts-gesetz die rechtliche Grundlage dafür bilden. „Das Bundesministerium für Justiz hat hierzu ein Gutachten in Auftrag gegeben“, heißt es auf die Frage nach dem aktuellen Stand aus dem Büro Emmerling.

Zwei Plätze geplant

Vorerst sind zwei Plätze in der WG vorgesehen. Das Angebot richtet sich an Burschen, die jeweils für mehrere Hundert Straftaten verantwortlich sind. Die Kinder, die in der Einrichtung untergebracht werden, sucht nicht die Polizei aus, sondern die Kinder- und Jugendhilfe. 

In Wien gibt es etwa 300 Kinder und Jugendliche, die am Weg zum Intensivtäter oder bereits Intensivtäter sind. „Bezieht man die Anzahl der Straftaten und auch die Schwere der Delikte mit ein, sind wir bei 60 Personen, die etwa schwere Raubüberfälle mit Waffen begehen“, erklärte Dieter Csefan, Landespolizeivizepräsident in Wien, kürzlich im Interview. Fest steht, dass zumindest die drei unmündigen „Systemsprenger“, die laut Kriminalstatistik jeweils 1.000 Straftaten begangen haben, nicht in der WG untergebracht werden. Sie sind mittlerweile über 14 Jahre alt und im Gefängnis.

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