WIEN: GASLEITUNG VOR DELOGIERUNG IN WIEN MANIPULIERT

© APA/ROLAND SCHLAGER / ROLAND SCHLAGER

Chronik Wien
07/18/2020

Gasleitung manipuliert: Mann konnte Zulauf nicht mehr schließen

Der 61-Jährige wurde am Freitag festgenommen.

Der 61-jährige Wohnungsmieter, der am Dienstag in Wien-Ottakring seine Gasleitung manipuliert haben soll, um eine Delogierung zu verhindern, zeigte sich in einer ersten Einvernahme geständig. Er gab an, den Gaszulauf der Therme aufgeschraubt zu haben, um Suizid zu begehen. Jedoch konnte er diesen Zulauf dann nicht mehr schließen, hieß am Sonntag bei der Polizei.

Montagabend öffnete er den Zulauf in Suizidabsicht, damit Gas in die Wohnung strömen konnte, gab er bei der Polizei an. Er legte sich hin und schlief dann ein. Als er Dienstag früh trotz hoher Gaskonzentration in der Wohnung wieder erwachte, wollte er die Manipulation wieder rückgängig machen. Das gelang ihm allerdings nicht mehr.

Delogierung stand bevor

Daraufhin verließ er einfach die Wohnung. Er wusste, dass er kurz darauf delogiert werden sollte. Er war im Glauben, wenn die Leute vom Amt kommen würden, würden sie den Gasgeruch schon merken und den Rückbau veranlassen. Bis zu seiner Festnahme am Freitag ging er laut eigenen Angaben in Wien spazieren.

Der 61-jährige polnische Staatsbürger war seit April 2019 die Miete schuldig geblieben, weshalb er delogiert werden sollte. Der Schlosser öffnete im Beisein eines Gerichtsvollziehers, eines Vertreters der Hausbesitzerin und eines Zeugen die Tür der Wohnung im zweiten Stock in einem Mehrparteienhaus in der Degengasse.

Im Inneren der Wohnung bemerkten die Anwesenden Gasgeruch, weshalb sie ins Freie flüchteten und den Notruf verständigten. Die Gaskonzentration in der Luft war bereits nahe an der Explosionsschwelle.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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