Klimaprotest am Flughafen Wien am Mittwoch: Ein Flug verspätet

Klimaprotest am Flughafen Wien am Mittwoch: Ein Flug verspätet
Am Flughafen Wiens sind 670 Polizisten "in voller Alarmbereitschaft". In Klagenfurt beobachtet man die Situation.

Am Flughafen Köln/Bonn war der Flugverkehr am Mittwoch für mehrere Stunden unterbrochen. Klimaaktivisten haben auf der Start- und Landebahn protestiert. Auch in Österreich kam es am Mittwoch zur ersten Störaktion: Vier Personen haben in der Abflughalle des Terminal 3 eine Kundgebung gestartet und Flüssigkeit verschütteten. Der Passagierverkehr war jedoch nicht eingeschränkt. 

Für Samstag, 27. Juli, kündigte die "Letzten Generation" weitere Proteste an - auch in Österreich.

Gestartet hatte die unangemeldete Protestaktion auf dem Wiener Airport am Mittwoch in der Mittagszeit. "Flughafenmitarbeiter haben rasch reagiert und die Gastströme umgeleitet", sagt Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Laut der Bewegung "Letzte Generation" verzögerte sich ein Flug nach Rom, weil sich zwei Personen kurz vor dem Start weigerten, sich hinzusetzen.

Quartett wird nach Verwaltungsrecht angezeigt

Der Protest im Terminal 3, bei dem auch Schilder hochgehalten worden waren, wurde von den Beteiligten gegen 13 Uhr beendet. Die Identitäten der vier Personen wurden Schwaigerlehner zufolge erhoben. Das Quartett wird nach dem Verwaltungsrecht wegen der unangemeldeten Versammlung sowie wegen Ordnungsstörung angezeigt. Hinzu kommt in strafrechtlicher Hinsicht der Verdacht der Sachbeschädigung. Seitens der "Letzten Generation" wurde darauf hingewiesen, dass es sich bei der Warnfarbe um wasserlösliche Gouache handle, die sich rückstandslos entfernen lasse.

Auf die Klimaproteste hat man sich in Wien aber vorbereitet: Man sei mit 670 Polizistinnen und Polizisten "in voller Alarmbereitschaft" an Ort und Stelle und überwache das Gelände zusätzlich mit Drohnen, so Ofner. Die knapp 24 Kilometer Flughafenzaun könne man ohne elektronische Überwachung nicht anders schützen. Zwar habe Sicherheit das ganze Jahr über einen hohen Stellenwert am Wiener Flughafen, doch für Samstag seien es "besondere Maßnahmen als Reaktion auf die Ankündigung". Er hoffe, dass größere Probleme somit abgewendet werden können. Weiters hob Ofner hervor, dass "das österreichische Strafgesetzbuch die Sicherheit des Luftverkehrs in besonderer Weise schützt" und wies auf die Strafausmaße bei Störungen des Flugverkehrs hin.

Permanente Videoüberwachung

Seitens der Landespolizeidirektion Niederösterreich hieß es auf APA-Anfrage, dass aufgrund der Aufrufe und Ankündigungen "weitere Vorkehrungen in personeller Hinsicht getroffen worden" seien. Das Flughafen-Gelände werde permanent per Video und elektronisch überwacht. "Sowohl Polizeibeamte als auch die Mitarbeiter der Airport-Security bestreifen und überwachen kontinuierlich alle sicherheitsrelevanten Bereiche."

Aufgrund der Lage in Köln/Bonn mussten am Wiener Airport Mittwochfrüh zwei Flüge gestrichen werden. Es handelte sich um einen Abflug und eine Ankunft. "Weitere Flüge zwischen Köln und Wien sind abends geplant und finden aus aktueller Sicht planmäßig statt", wurde auf Anfrage betont.

In Alarmbereitschaft ist man auch in Klagenfurt: "Auch wenn uns zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen über geplante Proteste vorliegen, beobachten wir die Situation genau", sagte Barbara Schmoczer-Kuchling vom Flughafen-Klagenfurt am Mittwochvormittag zur APA. "Wir haben unsere Sicherheitsvorkehrungen angepasst und sind in laufender Abstimmung mit anderen Flughäfen und Behörden."

Situation auch in Linz ruhig

Ruhig war die Situation am Mittwoch am Linzer Flughafen dar. Es habe am Vormittag weder Protestaktionen noch irgendwelche Einschränkungen für die Passagiere gegeben. "Der Flugbetrieb läuft ganz normal", hieß es auf Anfrage.

Auch am Innsbrucker Flughafen ereigneten sich bis Mittwochmittag noch keine Blockaden oder Störungen, sagte Geschäftsführer Marco Pernetta zur APA. Es sei jedoch - aufgrund der Ankündigung von Aktionen - in Zusammenarbeit mit den Behörden die Sicherung des Flughafens mit zusätzlichen Streifen sowohl während des Tages als auch der Nacht verstärkt worden, hieß es.

Die Polizei verwies indes auf die schweren strafrechtliche Konsequenzen bei entsprechenden Störaktionen. Die Handlungen können als vorsätzliche Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt (Paragraf 186 Strafgesetzbuch) gewertet werden und im Maximalfall eine lebenslange Haftstrafe mit sich bringen. Zudem könnten die "erheblichen wirtschaftlichen Schäden, die derartige Störaktionen verursachen" zu "persönlichen Schadenersatzansprüchen gegen die Beteiligten führen". Neben den rechtlichen Konsequenzen bestehe durch das unkontrollierte Betreten des Betriebsbereiches des Flughafens auch ein "ernsthaftes Verletzungsrisiko für die handelnden Personen".

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