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Chronik Wien
08/09/2019

Fast 30 Bombendrohungen gegen Steffl und Co. - Täter gefasst

Ein Mann drohte telefonisch Einkaufszentren, Krankenhäuser und Kirchen in die Luft zu sprengen. Nun klickten die Handschellen.

Zwischen Dezember 2018 und Anfang August 2019 ist es bei den Notrufnummern diverser Wiener Blaulichtorganisationen zu insgesamt 29 Anrufen gekommen, in denen ein vorerst unbekannter Täter drohte, stark frequentierte Einkaufszentren, Krankenhäuser oder Kirchen in die Luft zu sprengen.

Die Drohungen haben sich laut KURIER-Informationen unter anderem gegen den Stephansdom und das Einkaufszentrum SCS gerichtet haben. Das Wiener Wahrzeichen musste deshalb im Dezember sogar evakuiert werden.

Beamte der Bereitschaftseinheit erstellten basierend auf den bisherigen Drohungen ein Einsatzkonzept. Die Anrufe gingen stets zu ähnlichen Zeiten aus Telefonzellen in den Bezirken Wieden, Margareten, Mariahilf und Meidling ein. Rund um die Örtlichkeiten und Zeiten der Droh-Anrufe waren am Donnerstag, 8. August 2019, zivile Polizeistreifen unterwegs.

Um 12 Uhr wurde der 20-jährige mutmaßlichen Täter bei einem neuerlichen Droh-Anruf aus einer Telefonzelle in der Schönbrunner Straße in Margareten tatsächlich auf frischer Tat ertappt und vorläufig festgenommen. Er wurde wegen mehrfacher gefährlicher Drohung angezeigt. Das Landeskriminalamt Wien überprüft derzeit ob es zu weiteren Vorfällen gekommen ist.

Kein "Lausbubenstreich"

Bombendrohungen und Drohanrufe gegen öffentliche Einrichtungen oder auch Schulen werden fälschlicherweise oft als „Streich“ oder „Scherz“ verstanden, betont die Polizei. Tatsächlich ist aber das Delikt der „Gefährlichen Drohung“ im Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert.

Die Polizei weist außerdem daraufhin, dass solche Anrufe stets eine Vielzahl an Einsatzkräften für etwaige Durchsuchungen und Evakuierungen in Anspruch nehmen, die somit für andere Aufgaben nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.