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Chronik Wien
03/25/2019

Ess-Tour: Ein modernes Beisl mit viel Patina

Das Gasthaus „Zum Roten Bären“ im Alsergrund ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr

von Ingrid Teufl

Der „braune Bär“, das war jahrzehntelang ein Wirt, den man nur aufsuchte, wenn man entweder ums Eck wohnte oder gern viele Polizisten um sich hatte: Es war das Stammlokal der Bediensteten der nahen Rossauer Kaserne.

Seit 2014 setzt es als „Wirtshaus zum Roten Bären“ auf eine modernisierte Wirtshausküche, in einem Ambiente aus alt, neu und Kunst. Das Gasthaus wurde schnell zum Geheimtipp für ein neues Publikum. Die lässige Atmosphäre ist geblieben, man fühlt sich noch immer wohl. Aber der Geheimtipp-Nimbus ist weg, das Lokal ist abends meist bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Team bemüht sich dennoch, und die Küche ist gut unterwegs. Man merkt allerdings, dass mitunter viel zu tun ist.

Neben Klassikern gibt es auf der überschaubaren Abendkarte moderne, saisonale Akzente. Ein Klassiker sind etwa die gebackenen Blunznradln mit Quittenkraut, Feigensenf und Knusperspeck (9,90 €). Statt gebackener Champignons interpretiert man Austernpilze aus Wien mit Erdäpfel-Käferbohnensalat und Trüffel-Mayonnaise (15,90 €).

Das Wiener Schnitzel vom Kalb (20,90 €) kommt als sehr große Portion, die Panade ist erfreulicherweise nicht so fett wie sonst oft, könnte aber etwas fluffiger sein. Als Beilage gibts Erdäpfelsalat in der richtigen Konsistenz und mit Senf und Zwiebeln mariniert.

Das Rib-Eye-Steak (24,90 €) ist ein saftiges, innen noch rosiges Stück Fleisch, das auch starke Esser satt macht. Serviert wird es mit Speckfisolen sowie Kroketten aus violetten Erdäpfeln, deren farbiges Innenleben im düsteren Licht aber nicht erkennbar ist und auch geschmacklich im Hintergrund bleibt. Sie geben eine üppige Beilage ab, die kaum zu schaffen ist. Dazu unbedingt das süffige tschechische Bier Cerna Hora probieren.

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