© Preusser Agnes

Chronik Wien
05/12/2022

Eine neue Fassade für die Tschauner Bühne

Alt-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) wurde mit einer Ehrentafel aus einem Stück der alten Fassade geehrt.

von Agnes Preusser

Die Präsentation des diesjährigen Programms der Tschauner Bühne (16., Maroltingergasse 43) begann mit einer umgedichteten Version des Kinderlied-Klassikers "Das alte Haus von Rocky Docky". Gesungen wurde über die alte Tschauner Bühne, die "vieles schon erlebt" habe. Und das hat sie tatsächlich - errichtet wurde die Stegreifbühne schließlich bereits 1909. 

Jetzt wurde sie einer Frischzellenkur unterzogen, konkret hat das kleine Theater in Ottakring eine neue Fassade. "Es ist für mich unglaublich, hier zu stehen", sagte Geschäftsführerin Monika Erb. Die Corona-Pandemie habe die kleine Kultureinrichtung vor große Herausforderungen gestellt. Nur mit Subventionen von Stadt, Bund und Bezirk sei das Überleben möglich gewesen. 

Mit voller Kraft zurück

Die Fassade konnte Dank der Beteiligung der "Stolz auf Wien“-GmbH., mit der die Stadt Wiener Unternehmen unterstützt, umgesetzt werden, so Erb. "Jetzt sind wir mit voller Kraft zurück". 

Alt-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ist Ehrenpräsident der "Freunde der Tschauner Bühne" und wurde als solcher mit einer Ehrentafel gewürdigt. Dieses wurde aus einem Stück der alten Fassade gefertigt. Wer ein Brett mit seinem Namen neben jenes des Bürgermeisters hängen möchte, kann eines erstehen. Mindestspende: 100 Euro. 

"Präsentation einer Fassade klingt ja nicht so sexy", sagte Häupl. "Die Programmpräsentation aber schon." Tatsächlich wird auch er selbst auf der Bühne stehen. Am 26. Juni wird er um 11 Uhr aus seiner Autobiographie "Freundschaft" lesen.  

Auch das restliche Programm ist abwechslungsreich. "Komm ein bisschen mit nach Italien"  ist etwa eine Schlagerrevue mit Melodien aus den 1950er- und 60er-Jahren. "Zuständ wie im alten Rom" ist eine schräge Musicalkomödie. Dazu gibt es mehrere Stegreif-Produktionen. Dabei geht es mitunter sehr wienerisch zu. Bei "3 Engel für Tschauner" kämpfen drei Frauen aus Ottakring gegen den Bösewicht Max Zuckerberg, der mit einem "Anti-Grant-Chip" Wien freundlich machen soll. Und Wien soll eben Wien bleiben. 

Die Musikeinlagen sind einstudiert, die Dialoge dazwischen sind aber jeden Abend anders - wie es sich für ein Stegreiftheater gehört. Das ganze Programm unter: tschauner.at

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