Gay Pride Parade in Vienna

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Chronik Wien
06/19/2021

Heißes Comeback: 30.000 schwitzten bei der Pride-Parade

Jubiläumsausgabe der "Vienna Pride": Zum 25. Mal umrundete die Regenbogenparade heuer den Ring. Diesmal unter besonderen Voraussetzungen.

Am Beginn standen Grüße aus der Ferne: "Wir sind alle anders, ist das nicht wunderbar? – Ich wünsche euch allen einen herrlichen  heißen Tag!" (Dagmar Koller aus dem kalten Portugal),

"Möge es die lauteste leise Parade aller Zeiten werden!" (Intendant Alfons Haider aus Mörbisch) und "Lebt euer Leben so offen ihr wollt, es steht euch zu – aber haltet die Gesprächsbasis zu euren Gegnern aufrecht!" (Günter Tolar).

Die 25. Regenbogen-Parade, nun unter dem Titel Vienna Pride der ganze Stolz der LGBTQ-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer), mobilisierte am Samstagnachmittag Tausende zum solidarischen Rundgang gegen die Fahrtrichtung des Rings – und gegen die Windrichtung aus Ungarn, das mit restriktiver homophoben Gesetzgebung schockiert.

"Die Lage dort ist prekär", sagt etwa der Travestie-Künstler und Ex-Dancing Star Tamara  Mascara (33), der im Putzteufel-Trio auf Highheels aus Kork  auftrat, „wir wollen diese gefährliche reaktionäre Entwicklung wegfegen.“ Gewaltfrei, versteht sich.

Ab 14.00 ging es bei drückend heißen Temperaturen von 32 Grad (im Schatten) los. Die Parade bewegte sich gegen einmal rund um Ring und Kai und wieder zurück. Auf die sonst üblichen geschmückten Wagen wurde aus Sicherheitsgründen verzichtet. Die Jubiläumsausgabe wurde zu Fuß bestritten. 

Ab 17.00 Uhr startete dann zurück am Rathausplatz die Abschlusskundgebung - mit einer Reihe prominenter Gäste, auch aus der Politik. Im flirrenden Farbenmeer zeigte die Sozialdemokratie mit Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, Menschenrechtsaktivistin Mireille Ngosso & Stadtrat Peter Hacker Flagge.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen drückte per Videobotschaft seine Unterstützung aus.

Punkt 18.30 Uhr war die Veranstaltung zu Ende, mit Songs von Lady Gaga und Miley Cyrus wurden die Feiernden in den Abend entlassen. Pride-Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl freute sich in einem Statement gegenüber der APA, dass "trotz einem Krisenjahr so viele Menschen teilgenommen und die Jubiläums-Regenbogenparade wieder einmal zur größten Demonstration Österreichs gemacht haben". 

30.000 waren dabei

Rund 30.000 Teilnehmer waren laut Schätzungen der Polizei dabei. Die Kundgebung lief äußerst friedlich ab. 

Was den Schutz vor Corona betrifft, so wurde vom Veranstalter sogar das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen, dem wurde jedoch nur von wenigen Teilnehmern nachgekommen, schließlich lief die Veranstaltung auch im Freien ab. Zwischenfälle gab es während der Parade keine, vonseiten der Polizei wurde lediglich eine Festnahme wegen aggressiven Verhaltens andernorts, bei der Gegenveranstaltung des christlichen Vereins "Pro Vita", dem "Marsch für die Familie" am Stephansplatz vermeldet.

Störaktion mit Anti-Pride-Banner

Was die Regenbogenparade betrifft, so gab es bei der Schlusskundgebung am Rathausplatz dann doch einen Vorfall, bei dem drei Aktivisten ein Anti-Pride-Banner entrollten und mit Pyrotechnik auf dieses aufmerksam machten, diese Aktion wurde von der Exekutive jedoch bald beendet. Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr verurteilen Vorfall in einer Aussendung: "Hassgefühle und Intoleranz haben in unserer Stadt keinen Platz. Denn Wien liebt dich, egal wen du liebst", hieß es in einer gemeinsamen Aussendung. 

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